Nach einer von Drogen vernebelten Nacht mit Eddie Harrigan verschwindet Tommy Stevenson. Und weil die beiden die Söhne der großen Verbrecher-Dynastien sind, die London unter sich aufteilen, droht nun der erbitterte Machtkampf zwischen den rivalisierenden Gangster-Dynastien zu eskalieren: Londons Untergrund macht sich bereit für den Krieg.
„MobLand“ trägt die Handschrift von Guy Ritchie
Mittendrin befindet sich Harry Da Souza (Tom Hardy): Als loyaler Problemlöser der Harrigans versucht er zunächst, die Wogen zwischen den verfeindeten Familien zu glätten, herauszufinden, wer wirklich hinter der vermeintlichen Entführung steckt, und den drohenden Bandenkrieg zu verhindern. Doch nicht jeder will Frieden. Intrigen, Verrat und die Machtgier des Harrigan-Clans stehen Harrys Bemühungen im Weg.
Die Serie „MobLand“ hebt sich deutlich von der Masse britischer Gangsterfilme und -serien ab – nicht nur durch den hochkarätigen Cast, sondern auch dank des Produzenten Guy Ritchie, der ihren Stil prägt – auch wenn er selbst nur bei zwei Episoden Regie führt. Die Idee zu „MobLand“ stammt von dem Iren Ron Bennett („The Day of the Jackal“). Ursprünglich als Spin-off der Serie „Ray Donovan“ gedacht, wird Bennetts Geschichte nun zur eigenständigen Show.
Bandenkrieg mit großem Staraufgebot
Die Story entpuppt sich als klassische Mafiaerzählung – spannend und unterhaltsam, wenn auch nicht besonders originell. Sie dient vor allem dazu, die vielen großartigen und teils tragischen Charaktere sowie deren komplexe Beziehungsgeflechte zu erkunden. Pierce Brosnan verkörpert Conrad Harrigan, das Oberhaupt der gleichnamigen Gangsterfamilie. Als cholerischer, alternder Patriarch zeigt er nach einigen durchschnittlichen Auftritten der letzten Jahre wieder seine ganze schauspielerische Klasse. An seiner Seite glänzt Helen Mirren als Conrads brutale und manipulative Ehefrau Maeve Harrigan – und sie ist der echte Boss der Familie. Ebenso stark spielt Anson Boon den jüngsten Spross der Harrigan-Familie, Eddie. Mirren und Boon schaffen es, dass man ihre Charaktere fast nur verabscheut – und dennoch in Momenten der Schwäche Mitgefühl für sie empfindet. Paddy Considine spielt Kevin Harrigan, den zweiten Sohn von Conrad und Maeve – eine der tragischen Figuren der Serie. Aufgewachsen in einer Welt, in der er niemals Opfer, sondern nur Täter sein darf, ringt er als der bodenständigste Harrigan mit seiner Vergangenheit.
Keine Serie für Menschen mit schwachen Nerven
„MobLand“ ist nichts für Menschen mit schwache Nerven. Im Kampf um die Vorherrschaft in Londons Untergrund wird auf brutalste Weise gemordet und gefoltert – und die Kamera hält gnadenlos drauf. Die Action bleibt dabei realistisch und geerdet. Typisch für Guy Ritchie überzeugt die Serie mit charismatischen, exzentrischen Charakteren. In pointierten, scharfzüngigen Dialogen voller trockenem britischen Humor, zeigen die Figuren, wozu Menschen bereit sind, um ihre Macht auszubauen oder Rache zu nehmen.
Die Show ist keine Revolution des Gangstergenres, aber wer Guy Ritchies Projekte schätzt oder Fan von „Peaky Blinders“, „The Wire“ und „The Penguin“ ist, wird auch von „MobLand“ begeistert sein.
MobLand. Die Serie ist beim Streamingdienst Paramount+ zu sehen. Die ersten drei Folgen sind veröffentlicht, die weiteren Episoden der zehnteiligen Serie erscheinen von nun an immer freitags.
Fun Fact
Tom Hardy
bot laut People Magazine an, die Gehälter der Mitarbeiter einer in die Dreharbeiten involvierten Baufirma kurzfristig zu übernehmen, nachdem diese pleiteging und ihre Angestellten nicht mehr bezahlen konnte. Dies hätte den 47-Jährigen demnach 315.000 Dollar (circa 277.000 Euro) gekostet. Doch Paramount und die Produktion regelten die Zahlung am Ende, so eine Quelle nahe des Schauspielers.