Mode aus Stuttgart Produktdesign goes Schmuckdesign

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In dieser Reihe stellen wir Mode aus Stuttgart und der Region vor. Dieses Mal: das junge Stuttgarter Label Les Mailles. Dahinter stecken Marita Schwenkedel und Jennifer Hiller, die sich ihr Produktdesign-Studium für ihre Schmuckkollektionen zu eigen machen.

Die beiden Stuttgarter Designerinnen kreieren unter ihrem Label Les Mailles filigrane Schmuckstücke. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 9 Bilder
Die beiden Stuttgarter Designerinnen kreieren unter ihrem Label Les Mailles filigrane Schmuckstücke. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Mit der Einladung zur Mode- und Designmesse Blickfang in Kopenhagen 2013 fing alles an. Marita Schwenkedel und Jenniffer Hiller haben ihren ersten großen Termin mit ihrem kleinen Stuttgarter Schmucklabel Les Mailles – zu deutsch die Maschen. Die beiden haben sich während des Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart kennengelernt und sind seitdem ein Designerteam. Ihr Aushängeschild: Geometrisch geformte Schmuckstücke. Mittlerweile präsentieren sie ihre Kollektionen handgefertigter Ketten, Ohrringe und Ringe aus Edelstahl hauptsächlich auf Stuttgarter Märkten und Messen und in Stuttgarter Läden wie Studiotique oder dem temporären Pop-Up-Store The Local House.

Filigrane Schmuckstücke aus Edelstahl zeichnen das Label aus. Dafür nutzen Schwenkedel und Hiller ihr Know-How aus ihrem Produkt-Design-Studium. „Wir wollten etwas ausprobieren und haben uns überlegt, was man aus Herstellungsprozessen aus dem Industriedesign noch alles machen kann“, so Schwenkedel.

Per Lasertechnik fertigen sie seit 2010 die Schmuckstücke für ihre Kollektionen an. Am Anfang gehörten auch kleine gehäkelte Details dazu, daher der Name. Davon sind die beiden mittlerweile abgekommen: „Diesen Sommer haben wir uns mit Icons und anderen Materialien wie Marmor ausprobiert“, beschreibt Designerin Schwenkedel die aktuelle Kollektion.

Anhänger in Form eines Croissants oder Cocktails aus Edelstahl oder eine Marmorkugel hängen an Gliederketten, die die beiden von einem Lieferanten einkaufen. „Wir sind mit der Lasertechnik auch eingeschränkt, das heißt wir können nicht mit jedem Material arbeiten. Gold etwa, würde den Prozess nicht aushalten. Edelstahl ist widerstandsfähig und am Ende auch noch preiswert“, so Schwenkedel. Daher gibt es im Sortiment nicht nur aus Lasertechnik gefertigte, eckige und runde Schmuckstücke, sondern eben auch Ketten mit Marmoranhängern oder speziellen Knüpfungen.

Ein Label als Hobby

Dass Les Mailles nicht der Hauptjob der beiden Stuttgarterinnen ist, merkt man daran, dass nicht laufend neue Kollektionen herausgebracht werden. Wenn allerdings eine große Messe ansteht, dann wird auch mehr und auch Neues produziert. „Wir haben nicht vor Les Mailles zu einem Massenlabel zu machen“, sagt Schwenkedel. „Es ist schön, das neben unseren Hauptjobs als Produktdesignerinnen zu machen. Wir haben keinen Druck und können uns ausprobieren. Außerdem schätzen wir den engen Kundenkontakt und nehme gerne individuelle Wünsche an,“ ergänzt Kollegin Hiller.

Obwohl der Herstellungsprozess nicht lange dauert, sitzen die beiden an einem Schmuckstück inklusive Computer-Skizzen und Konzeption schonmal zwei bis vier Tage in ihrem Atelier in Filderstadt oder auch zuhause im Stuttgarter Süden. Die fertigen Teile gehen dann für 20 bis 150 Euro über den Ladentisch.

Da geometrisch geformte Schmuckstücke derzeit ziemlich in Mode sind, und so eine Mode auch wieder vorbei gehen kann, haben Schwenkedel und Hiller bereits viele andere Ideen im Kopf: „Wir haben gerade auf Designmessen sehr viele ähnlich Designs entdeckt, was das Geometrische angeht, deshalb wollen wir in Zukunft noch mehr mit anderen Materialien und Techniken experimentieren.“ Wie genau das aussehen soll, wollen die beiden noch nicht verraten. Spätestens zum Holy Shit Shopping im Winter wollen sie dann das Geheimnis lüften.

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