Mode aus Stuttgart „Taschen sind dankbar“

Professionell inszeniert: Das Taschenlabel Centseize 116 aus Stuttgart. Foto: MAXIMILIANKAMPS 9 Bilder
Professionell inszeniert: Das Taschenlabel Centseize 116 aus Stuttgart. Foto: MAXIMILIANKAMPS

In der Reihe Mode aus Stuttgart stellen wir Mode und Modemacher aus dem Kessel und der Region vor. Dieses Mal: Anna Veit und ihr Ledertaschenlabel Centseize 116 aus dem Herzen Stuttgarts.

Kultur: Kathrin Waldow (kaw)
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Stuttgart - Klare Schnitte, zeitlose Farben und das widerstandsfähige Material Leder haben es Anna Veit angetan. Die Modedesignerin aus Stuttgart fertigt unter ihrem Label 116 Centseize Handtaschen von miniklein bis extragroß sowie vereinzelt auch Modestücke wie Tops und Hosen an. In der alternativen Einkaufsmall Fluxus in der Calwer Passage hatte sie Anfang des Jahres übergangsweise einen Laden, in dem sie ihre selbst gefertigten Ledertaschen präsentierte. Spätestens seitdem ist das Label in Stuttgart bekannter geworden. Direkt über der Passage fertigt Veit in ihrem Atelier die wertvollen Lederstücke in stundenlanger Handarbeit an.

Ganz im Sinne der Temporary Concept Mall Fluxus ist an Stelle von Centseize 116 mittlerweile ein anderer Laden getreten. Hier bekommt man derzeit frische Säfte. Die Lederhandtaschen sind ein paar Ecken weiter gewandert und im Neo Pop Up Store in der Schmale Straße zu finden. „Schon als Kind hat es mich nach Stuttgart verschlagen. Ich habe hier meine Kindergartenzeit verbracht,“ erzählt sie bei Ingwertee in der Calwer Passage. Wie ihre Taschen derzeit in Stuttgart, ist auch Veit viel umhergewandert. Ursprünglich kommt die sympathische junge Frau von der Schwäbischen Alb, aus Engstingen.

Nach der Kindergartenzeit in Stuttgart ging es für Anna mit ihren Eltern nach Frankreich. „Von dort habe ich meine Affinität zur französischen Sprache mitgebracht“, so Veit. Ihre Taschen tauft sie deshalb auf französische Namen wie Zoé, Manu oder Julie. Auch das Label trägt die französische Bezeichnung der Zahl 116.

Später, zum Studium in Sachen Modedesign, ging es wieder zurück nach Stuttgart. Dann nach Köln auf einen beruflichen Ausflug in die Welt des Fernsehens. „Das Designen hat mir dann doch gefehlt“, erzählt sie rückblickend. Also ging sie als Designerin für das Ökolabel Armedangels wieder nach Köln. „Das war leider auch nicht wirklich das, was ich machen wollte“- und so ging es weiter zu einer Taschenmanufaktur ins Allgäu. „Schon vorher, während meiner Ausbildung, haben es mir Taschen und Accessoires angetan. Aber bei der Taschenmanufaktur haeute habe ich dann ganz neue Eindrücke bekommen und mir viel Know-how abgeschaut. Das war wichtig für meine heutige Arbeit“, erzählt die 32-Jährige, die seit 2010 wieder im Kessel lebt. „Ein eigenes Label war aber nie geplant“, so Veit. Das habe sich so ergeben.

One-Woman-Show mit über 300 Taschen

Dafür läuft es mit Centseize allerdings ziemlich gut. Und sicherlich nicht von ganz alleine. Veit macht von der Planung, dem Entwurf, dem Einkauf, der Fertigung, der Präsentation auf Messen bis hin zum Vertrieb und Marketing alles selbst. Geschätzt mehr als 300 Taschen habe sie bereits genäht.

Mittlerweile ist die dritte Kollektion am Start und nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Läden in Berlin, Hamburg, Pforzheim, Mannheim, Karlsruhe und Wien zu haben. Zufrieden? „Ich kann mittlerweile von meiner Arbeit leben, das ist toll. Aber natürlich gibt es Pläne für die Zukunft.“ Derzeit sei sie auf der Suche nach einer Produktionsfirma in Deutschland: „Ich würde die Produktion gerne abgeben, und nur noch die Prototypen und Maßanfertigungen selbst machen. Außerdem will ich sobald wie möglich komplett auf natürlich gegerbte Leder umstellen.“

Gibt es in Zukunft auch mehr Mode zum Anziehen? „Das wird in dem Maße weitergehen, wie bisher. Ich mache die Klamotten begleitend zu den Taschen und nur das, was mir selbst auch gefällt. Außerdem ist es auch deutlich einfacher Taschen zu machen, als ein Klamottenlabel zu führen. Bei Kleidung muss man immer alle Größen da haben und dann passt es doch nicht jedem. Taschen sind dankbarer.“

Dass Veit mit ihrem Label wieder in Stuttgart gelandet ist, war wohl auch eher ein Zufall, manche würden vielleicht sagen: Schicksal. „Ehrlich gesagt – Die Liebe hat mich wieder hierher verschlagen“, sagt die Designerin. Umso besser für die Stuttgarter Modeszene. Die ist mit Anna Veit und ihrem Label um eine regionale Modemarke reicher geworden.

Bis Ende Mai gibt es ihre Taschen noch im Neo Pop Up Store, Schmale Straße 9, Stuttgart-Mitte. Ansonsten ist das Label hier zu finden.

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