Model für Übergrößen ziert die „Vogue“ Früher wollte Ashley Graham dünner sein

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Sie hat ihr erstes „Vogue“-Cover bekommen und zählt als normalgewichtiges Model zu den großen Gewinnerinnen der Branche: Ashley Graham. Der Begriff „Plus Size Model“ gefällt ihr allerdings gar nicht.

Das „Plus Size Model“ Ashley Graham bei der Präsentation ihres Covers des Magazins „Sports Illustrated“ im Frühjahr diesen Jahres. Foto: AP 9 Bilder
Das „Plus Size Model“ Ashley Graham bei der Präsentation ihres Covers des Magazins „Sports Illustrated“ im Frühjahr diesen Jahres. Foto: AP

London - Ashley Graham ist eines der erfolgreichsten Models für Übergrößen. Sie sieht sich als Leitfigur für Frauen, die nicht den Standardmaßen der Modebranche entsprechen. Nun hat sie den Ritterschlag bekommen: sie ziert das aktuelle Cover der britischen „Vogue“. Über die große Ehre freut sich die 28-jährige Amerikanerin sehr, auf ihrem Instagram-Account teilte Ashley Graham das Titelbild und schrieb dazu: „Was für eine absolute Ehre! Mein erstes Vogue-Cover!! Vielen Dank an alle Beteiligten und an die britische Vogue!“ Den Eintrag versah sie mit den Hashtags #beautybeyondsize und #liveyourdreams.

Graham musste viele Hürden überwinden

Für den Titel der UK-Ausgabe wurde sie von Patrick Demarchelier in Szene gesetzt. Das Ergebnis ist eine Porträtaufnahme, auf der Ashley Graham mit vom Wind zerzausten Haaren die Kamera blickt. Sie trägt eine nietenbesetzte Lederjacke und ein schlichtes weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt. Zum verwegenen All-American-Look trägt sie große Kreolen-Ohrringen und nur wenig Make-Up. Das Interview anlässlich des Covers führte die Vogue-Redakteurin Christa D’Souza, Themen des Gesprächs waren unter anderem die Karriere des Plus-Size-Models sowie Grahams unermüdlicher Einsatz für ein positiveres Körperbild.

Graham musste viele Hürden überwinden, um in der Modeindustrie Fuß zu fassen, sagt sie in dem Interview. „Vor zehn Jahren wurde mir gesagt, dass ich immer ein Katalog-Mädchen sein werde, niemals ein Cover-Girl.“ Jetzt habe sie fünf Titelseiten in einem Jahr gehabt. Zuletzt musste sie allerdings auf Instagram von einigen Fans Kritik einstecken, die ihr vorwarfen, sie habe Gewicht verloren. „Wünsche ich mir manchmal, dass ich dünner wäre? Früher war das so, absolut. Aber jetzt denke ich, wenn ich abnehmen würde, wäre ich mir selbst untreu“, so Graham. Viel von dem, was sie sei, hänge mit ihrer Kleidergröße zusammen, „und ich bin so glücklich damit, wer ich bin“. Ihr Erfolg hänge auch nicht nur mit einem schönen Gesicht zusammen, meint die 28-Jährige. „Wenn du ein schönes Gesicht hast, gehen die Türen auf, aber dein Job ist es nicht nur, da durchzugehen, er ist, noch einmal eingeladen zu werden.“ Man müsse mehr mitbringen, um in diesem Business langfristig erfolgreich zu sein, erklärt sie weiter. Was ihr gar nicht passt, ist die Bezeichnung „Plus Size Model“. Das sei „spalterisch“

Eine Puppe nach Grahams Ebenbild

Bereits 2015 feierte Ashley Graham einen großen Coup: der Bademodenhersteller „Swimsuits For All“ buchte sie für eine Werbekampagne, die im Magazin „Sports Illustrated“ erschien. Auch das Cover zierte sie, was in der Modelbranche Ruhm und Ehre bedeutet. Topmodels wie Heidi Klum oder Kate Upton waren bereits darauf zu sehen. Im vergangenen September präsentierte Ashley Graham ihre Kollektion für das Unterwäsche-Label Addition Elle bei der New York Fashion Week. Und im November kündigte der Spielwaren-Hersteller Matell an, eine Puppe nach dem Vorbild des US-Models Ashley Graham auf den Markt zu bringen. Kurvige Figur, Wallemähne und Glitzerkleid mit Jeansjacke – bei den Glamour Women of the of the Year Awards in Los Angeles wurde die Puppe in Anwesenheit Grahams dann vorgestellt.