Rems-Murr-Kreis möchte Modellprojekt Trotz Notbremse „Öffnen mit Sicherheit“?

Der Kreis sei mit vielen lokalen Testzentren wie hier in Weinstadt  gut aufgestellt, sagt der Landrat. Foto: Gottfried Stoppel
Der Kreis sei mit vielen lokalen Testzentren wie hier in Weinstadt gut aufgestellt, sagt der Landrat. Foto: Gottfried Stoppel

Weil am Donnerstag die kritische Marke der Corona-Neuinfektionen überschritten wurde, droht auch im Rems-Murr-Kreis wieder ein schärferer Lockdown. Die Erprobung eines Konzepts könnte Öffnungen in Einzelhandel und Gastronomie dennoch möglich machen.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)
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Rems-Murr-Kreis - Der Rems-Murr-Kreis bietet sich in der Coronapandemie für ein Modellprojekt unter dem Motto „Öffnen mit Sicherheit“ an. In einem Schreiben an den Sozialminister Manne Lucha regen der Landrat Richard Sigel, Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr an, analog zu dem Modellprojekt in der Universitätsstadt Tübingen auch an Rems und Murr zeitlich befristet Erfahrungen zu Öffnungskonzepten mit konsequentem Testen zu sammeln. „Dies ist aus unserer Sicht wichtig, denn die Herausforderungen in der Fläche sind gänzlich andere“, so der Landrat und die Sprecher der Rathauschefs im Kreis.

Netz mit mehr als 120 Testzentren

Der Rems-Murr-Kreis sei für ein solches Modellprojekt gut geeignet, weil man dort bereits ein „einmaliges und flächendeckendes Netz mit mehr als 120 Testzentren aufgespannt“ habe. Die Buchung laufe zentral und unkompliziert über ein eigenes Online-Portal (www.rems-murr-kreis.de/schnelltest), täglich kämen dort neue Partner hinzu.

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Apotheken, Arztpraxen, Kommunen und der Landkreis arbeiteten im Rems-Murr-Kreis Hand in Hand, so die Eigenwerbung in dem Anschreiben an den Sozialminister. So habe nicht nur für die Schulen eine professionelle Teststruktur aufgebaut werden können, auch weitere Partner stünden bereit, in das Netzwerk eingebunden zu werden. Man sei etwa im Gespräch mit der IHK, der Gastronomie, dem Tourismus und den Vereinen. Auch die Rems-Murr-Kliniken und die Hilfsorganisation könnten ihren Beitrag leisten. Die Bürger, aber auch Einzelhandel und Gastronomie erwarteten in der aktuell anrollenden dritten Welle „zurecht kreative Lösungen und Öffnungsperspektiven“, so der Landrat. Dort, wo es möglich sei, solle man Konzepte erproben.

Kritische 100er-Marke erstmals wieder gerissen

Der Rems-Murr-Kreis steht in Sachen Coronainfektionen zurzeit zwar noch etwas besser da als die meisten Nachbarn in der Region, doch auch hier drohen demnächst weitere Einschränkungen. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag mit 108 am Donnerstag erstmals wieder über der als kritisch eingestuften Marke von 100 Neuinfektionen.




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