Am Rande der Partie des VfB Stuttgart bei Fenerbahce Istanbul outen sich zwei bekannte Moderatoren als Fans des schwäbischen Dialekts – und geben auch gleiche eine Kostprobe.

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Im Umfeld des VfB Stuttgart, dem stolzesten Verein Württembergs, wird Schwäbisch „g’schwätzt“. Der Club aus Cannstatt gehört gewissermaßen zur Schwaben-DNA dazu.

 

Dass Stadionsprecher Holger Laser, der auch sonst allerlei Events und Shows mit dem VfB moderiert, den Dialekt beherrscht, ist quasi Teil der Jobbeschreibung. Am Rande der Partie gegen Fenerbace Istanbul wurde offenbart, dass zwei deutschlandweit bekannte Moderatoren „schwäbeln“ können, von denen es viele wohl eher nicht gedacht hätten.

Wolff Fuss ist in der Region Stuttgart aufgewachsen

Wolff-Christoph Fuss, der das 0:1 des VfB in der Europa League kommentierte, und Moderator Florian König waren in der „Matchday-Show“, die der VfB im Vorlauf des Spiels auf seinen Kanälen übertrug, zu Gast. Anders als Laser sind die beiden unverdächtig „alles außer Hochdeutsch“ zu können – eigentlich.

Denn trotz ihrer perfekten Intonation, die sie regelmäßig live im TV zum Besten geben, sind Fuss und König offenbar Schwaben im Herzen – und können auch Dialekt. „Ja guat, i war da uff dr’ Schul“, sagte Fuss. „Insofern isch’s koi Problem.“ „Da“ ist in seinem Fall Nürtingen (Kreis Esslingen), wo der heute 49-Jährige aufwuchs und das Hölderlin Gymnasium besuchte. Geboren ist Fuss allerdings in Hessen.

Fuss, der für alle möglichen Sender Spiele der Bundesliga und internationale Partien mit deutscher Beteiligung kommentiert, gab noch eine Anekdote zum Besten. Als er auf der Bosporus-Brücke stand, es einfach nicht vorwärts ging, schaltete er kurzerhand den Livestream des VfB vom Legenden-Abend ein. Er war begeistert. Als die Teilnehmer erzählten, „des mit dr’ Reise hat subbr klappt. Des hat ons riesen Schbass g’macht. Die Betreuung hier, s’ Essa isch subbr; Getränke subbr“, sei seine Laune trotz zweieinhalb Stunden im Stau direkt gestiegen. „Wenigschtens de Schwoaba goat’s gut“, befand er.

Holger Laser ist Sprecher beim VfB und konfrontierte die Moderatoren mit ihrer schwäbischen Vergangenheit. Foto: Julia Rahn/Pressefoto Baumann

Dass auf dem Medienabend am Vortag „so ehrlich geschwäbelt“ wurde, gefiel auch König, der aus Tübingen stammt und in Stuttgart aufgewachsen ist. Man habe überlegt in der Vorberichterstattung „oifach bissle so schwätzed, wie ons dr’ Schnabel g’wachsa isch“, sagte König, der unter anderem den „Doppelpass“, die bekannteste deutsche Fußball-Talkshow, moderiert.

„Aber ih glaub’ mir machet’s doch hochdeutsch“, schob König nach. Tatsächlich mussten sich die Zuschauer aus anderen Teilen Deutschlands in der Sendung auf RTL+ hinterher nicht fragen: „Was henn’d die jetzt g’sagt?“

Auf Social Media kursierten schnell Clips der beiden schwäbelnden Moderatoren. „Für ne Übertragung komplett auf Schwäbisch zahl ich auch 12,99 €“, schrieb ein Nutzer auf X. Andere vermuteten gar einen Fake. „Krass was KI mittlerweile kann“, lautete ein Kommentar.