InterviewModeratorin Sylvie Meis im Interview „Ich kann auf Menschen verzichten, die mein Business in Frage stellen“

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Am Mittwochabend sucht die Moderatorin Sylvie Meis auf RTL das schönste Dessous-Model. Warum sie Kritik daran nicht versteht und wer die Sendung besser nicht schauen sollte, erklärt die 40-Jährige im Interview.

Die Moderatorin Sylvie Meis hat eine eigene Wäsche-Marke und sucht in der Sendung „Sylvies Dessous Models“ die perfekte Vertreterin ihres Unternehmens. Foto: RTL
Die Moderatorin Sylvie Meis hat eine eigene Wäsche-Marke und sucht in der Sendung „Sylvies Dessous Models“ die perfekte Vertreterin ihres Unternehmens. Foto: RTL

Stuttgart/Köln - Die bekannte Moderatorin Sylvie Meis („Das Supertalent“, „Let’s Dance“) hat ihre erste eigene Sendung bei RTL bekommen. Sie sucht derzeit, wie Heidi Klum bei Pro Sieben, die Schönste im ganzen Land. Mit einem entscheidenden Unterschied: In der dreiteiligen Sendung „Sylvies Dessous Models“ der Niederländerin geht es um das schönste Model in Unterwäsche. Um was es sonst noch geht und welchen Anspruch die 40-Jährige an das Format hat, verrät sie uns im Interview.

Wollen Sie mit Ihrer Sendung „Sylvies Dessous Models“ in Heidi Klums Fußstapfen treten?

Ich fühle mich über einen Vergleich mit einem so erfolgreichen Format wie „Germany’s next Topmodel“ und Heidi Klum immer sehr geehrt. Beide Formate suchen ein Sieger-Model in der Show, das ist richtig und das ist auch absolut zu vergleichen – wir können in dem Punkt schwer das Rad neu erfinden. Aber der Weg um eine Siegerin zu finden ist bei uns ein anderer. Wir haben eine mitreißende Sendung kreiert, die den Zuschauern einen hautnahen Eindruck von den Mädchen und von mir gibt.

Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Sendung?

Authentizität! Das ist mein Anspruch an mich, an meine Siegerin, an meine Sendung. Meine Show lässt den Zuschauer ganz nah ran an die Teilnehmerinnen und gibt einen Einblick in meinen Alltag. Wir suchen eine junge Frau, die mich in meinem alltäglichen Business unterstützt, die zu mir und meiner Marke passt, eine Marke, für die ich jeden Tag durchs Feuer gehe. Da wird jede Teilnehmerin natürlich auf Herz und Nieren geprüft.

Warum war es Ihnen wichtig, so viel persönliches in die Sendung einzubringen?

Das Konzept der Show basiert auf meinem Leben, meinen Firmen, meinem Alltag als Mutter, Geschäftsfrau, Showgirl und so weiter. Das soll der Zuschauer sehen. Und er soll endlich den Einblick bekommen, wie ein „Produkt“ wie Sylvie Meis hart dafür arbeiten muss und was alles hinter dem „perfekten Bild“ steht. Das ist nämlich alles andere als perfekt und wie andere auch, haben ich und mein Team Höhen und Tiefen, sind traurig, lachen, ärgern uns, kämpfen gegen Windmühlen, sind mal erschöpft und streiten uns. Ich will, dass der Zuschauer mich als den Menschen kennenlernt, der ich wirklich bin, auch abseits von roten Teppichen.

Was sagen Sie Kritikern, die finden, dass man mit einer solchen Sendung ein fragwürdiges Schönheitsideal propagiert?

Dass ich die Kritik nicht verstehen kann! Welches Ideal propagieren wir denn? Wir wollen jeder Frau ein gutes Gefühl in ihrem eigenen Körper mitgeben. Frauenpower! Wir wollen vermitteln, dass man sich nicht verstecken muss und dass man zu sich und seinem Körper stehen soll. Wer entscheidet denn über eine sogenannte „Fragwürdigkeit“? Ohnehin ist der Körper nicht das Haupt-Entscheidungskriterium für ein Dessous-Model. Viel wichtiger sind Charme, Ausstrahlung, Witz. Jede Frau muss sich mit meiner Siegerin identifizieren können.

Die Metoo-Bewegung ist in aller Munde. Wie können Sie vor diesem Hintergrund eine Dessous-Show verantworten?

Dieses Thema im Zusammenhang mit „Sylvies Dessous Models“ ist absurd. Die Metoo-Bewegung klagt Personen an, die ihre Machtposition ausnutzen, um sexuell übergriffig zu werden. Das steht doch in keinem Zusammenhang. Bei uns sucht eine Frau eine andere Frau, um sie zu unterstützen. Ich kann garantieren, eine Besetzungscouch gab und gibt es bei „Sylvies Dessous Models“ nicht.

Auf welche Zuschauer können Sie verzichten?

Ich kann auf Menschen verzichten, die mein Business in Frage stellen. Menschen, die Frauen in Unterwäsche als schlechtes Vorbild betiteln, Menschen, die Frauen in Unterwäsche als Objekt für mögliche sexuelle Fantasien betrachten. Das Dessous-Geschäft ist genauso ein Markt und somit Arbeitgeber, wie es Lebensmittelläden oder Autoverkäufer sind. Grundsätzlich sollte man damit aufhören, Dinge in Schubladen zu stecken, nur um einen Grund für Kritik zu haben. Man sollte jede Branche respektieren, ohne direkt in Klischees zu verfallen.

Das Gespräch führte Simone Höhn

Info:

Sylvie Meis, ehemals Sylvie van der Vaart, wurde 1978 im niederländischen Breda geboren. Sie arbeitete nach der Schule als Model und Moderatorin im niederländischen Fernsehen. Durch ihre Ehe mit dem Fußballer Rafael van der Vaart wurde sie von 2005 an auch in Deutschland bekannt. 2008 wurde sie Jury-Mitglied in der Castingshow „Das Supertalent“, zusammen mit Dieter Bohlen und Bruce Darnell. Nach ihrer Teilnahme an der dritten Staffel von „Let’s Dance“ 2010, bei der sie den zweiten Platz belegte, wurde sie im darauffolgenden Jahr Moderatorin der Sendung. Gemeinsam mit ihrem Co-Moderator Daniel Hartwich erhielt sie dafür 2012 den Bayerischen Fernsehpreis. 2009 gab Sylvie Meis bekannt, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei. Sie gilt nach erfolgreicher Chemotherapie als geheilt. 2013 folgte die Trennung von Rafael van der Vaart, mit dem sie einen Sohn, Damian (12) hat. Die Sendung „Sylvies Dessous Models“ läuft am Mittwoch Abend, 20.15 Uhr, bei RTL