Moderner Fünfkampf Reiten soll nach Olympia 2024 ersetzt werden

Die deutsche Reiterin Annika Schleu war nach ihrem umstrittenen Umgang mit dem  ihr zugelosten Pferd im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen 2020  in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Foto: dpa/Marijan Murat
Die deutsche Reiterin Annika Schleu war nach ihrem umstrittenen Umgang mit dem ihr zugelosten Pferd im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen 2020 in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Foto: dpa/Marijan Murat

Im Modernen Fünfkampf wird künftig nicht mehr geritten. Was aber wird in der traditionsreichen Sportart fünfte Disziplin anstelle von Springreiten?

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Berlin - Der Moderne Fünfkampf soll nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris ohne Reiten stattfinden. Das hat der Weltverband UIPM vor seiner Mitgliederversammlung Ende November am Donnerstag beschlossen. Damit zieht der Verband die Konsequenzen aus den Vorfällen bei den Olympischen Spiele in Tokio. Dort hatte die Deutsche Annika Schleu für großes Aufsehen und scharfe Kritik gesorgt. Die damals Führende im Zwischenklassement war mit einem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurechtgekommen, hatte verzweifelt Gerte und Sporen eingesetzt.

Die Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) hat nach eigenen Angaben nun ein Verfahren eingeleitet, um einen geeigneten Ersatz für das Reiten zu finden. Der Verband schrieb von einem „historische Schritt“, nachdem der Vorstand die Entscheidung gebilligt habe.

Reiten gehört noch zum Fünfkampf in Paris

Bei Olympia 2024 wird zwar ein im Vergleich zu Tokio verändertes Format genutzt, Reiten gehört aber noch zum Fünfkampf in Paris. Die Änderungen „werden rechtzeitig für die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028 umgesetzt“, hieß es. „Der Konsultationsprozess wird bestimmte Interessengruppen einbeziehen, nämlich Athleten und Trainer sowie Medien- und Marketingpartner.“

Szenen wie in Tokio soll es dann nicht mehr geben, als Bundestrainerin Kim Raisner das Pferd mit der Faust geschlagen und gefordert hatte: „Hau mal richtig drauf!“ TV-Zuschauer und auch die deutschen Dressur-Olympiasiegerinnen Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl hatten entsetzt reagiert.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schleu und Raisner

Wegen Tierquälerei ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Schleu und Raisner. Der Disziplinarausschuss des Weltverbandes hatte der Trainerin zudem einen Verweis erteilt und die Akkreditierung für künftige Wettkämpfe von der Teilnahme an einem Trainingsseminar zum richtigen Umgang mit Pferden abhängig gemacht.

Der öffentliche Druck nach Tokio war zu groß, auch wenn Weltverbandspräsident Klaus Schormann das Springreiten kurz nach den Spielen noch als „integralen Bestandteil des Modernen Fünfkampfs auf der Grundlage der Vision von Baron Pierre de Coubertin“ bezeichnet hatte.

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