Möbelmarkt aus Schweden Als Ikea nach Sindelfingen zog

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Am kommenden Montag ist es genau 20 Jahre her, dass der schwedische Möbelriese in Sindelfingen seine Filiale eröffnete. Was kaum einer weiß: unter dem Gebäude befinden sich die Reste einer römischen Siedlung.

Am Tag der Eröffnung des Ikea vor 20 Jahren herrschte großer Andrang. Foto: Ikea Sindelfingen
Am Tag der Eröffnung des Ikea vor 20 Jahren herrschte großer Andrang. Foto: Ikea Sindelfingen

Böblingen - Der Bürgersteig quoll über vor Menschen, an den Kassen bildeten sich lange Schlangen: Es waren teils turbulente Szenen, die sich bei der Eröffnung des Sindelfinger (Kreis Böblingen) Ikea-Marktes im Jahr 1997 zugetragen haben. Am Montag, 28. August, jährt sich dieser Tag zum 20. Mal. Damit ist das Sindelfinger Ikea das älteste der Region – die Ludwigsburger Niederlassung eröffnete erst ein Jahr später, in Ulm gibt es das Möbelhaus seit 2003. „Wir wollen uns bei unseren Kunden für ihre Treue bedanken“, sagt Alexandra Preußer, die Sindelfinger Ikea-Einrichtungshauschefin. Noch bis Samstag, 26. August, hat sie verschiedene Aktionen organisiert, darunter beispielsweise eine Showküche, eine Schnitzeljagd für Kinder oder den Auftritt der Marchingband Machulke und die Kuwaschies, die am Samstag durch das Möbelhaus ziehen wird.

Das Areal, auf dem Ikea 1997 sein neues Möbelhaus errichtete, ist eines der Sindelfinger Areale mit weit zurückreichenden historischen Wurzeln. „Beim Bau entdeckte man dort Reste einer römischen Siedlung aus der Zeit um 200 nach Christus“, sagt Horst Zecha, der Sindelfinger Kulturamtsleiter. Die Funde wurden in die Obhut des Landesdenkmalamts gegeben, 2004 waren sie in einer Ausstellung im Sindelfinger Rathaus zu sehen gewesen.

„Besuchermagnet“ an verkaufsoffenen Sonntagen

Später stand an diesem Ort eine Fabrik, die von 1927 an als erste katholische Notkirche genutzt wurde, so Zecha. „Nach der Daimler-Ansiedlung im Jahr 1915 zog eine größere Zahl von Katholiken nach Sindelfingen.“ Und vor der Gründung des gemeinsamen Zweckverbands mit der Nachbarstadt Böblingen befand sich auf dem Gelände der Sindelfinger Bauhof. Als dieser auf das noch heute genutzte Areal neben der Wildermuth-Kaserne umzog, war der Platz für die Ansiedlung der Schweden, die wegen der beengten Verhältnisse schon länger aus der Stuttgarter Innenstadt hatten wegziehen wollen, frei.

Auf 15 800 Quadratmetern Fläche brachten im Jahr 1997 320 Mitarbeiter die schwedischen Möbel an die rund eineinhalb Millionen Kunden, die pro Jahr nach Sindelfingen strömten. Heute hat sich die Zahl der Kunden auf zwei Millionen erhöht. 2007 wurde das Möbelhaus auf rund 19 000 Quadratmeter erweitert, allerdings hauptsächlich für die Lagerfläche, wie Preußer sagt. Mehr Platz gebe das Gelände leider kaum her. Ikea hat sich mit Sindelfingen gut arrangiert. Der Möbelriese ist etwa Mitglied im Gewerbe- und Handelsverein und sieht sich laut Preußer an verkaufsoffenen Sonntagen – ähnlich wie am Tag der Eröffnung – als „Besuchermagnet“.




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