Der Gemeinderat priorisiert jetzt drei Mönsheimer Vereine als Empfänger. Doch eine Rückmeldung des Baurechtsamts steht noch aus.

Was für die Gemeinde Mönsheim ein Klotz am Bein geworden ist – die Überdachung eines Sitzplatzes am Paulinensee – scheint für eine Reihe von Interessenten eine attraktive Ergänzung ihres Freiareals zu sein. Neun Vereine, Kommunen und Privatleute haben sich auf eine Anzeige der Gemeinde gemeldet, die angeboten hatte, das auf Pfosten stehende Dach gegen Selbstabholung zu verschenken. Jetzt hat der Gemeinderat entschieden, wer es bekommen soll.

 

Schon seit einem Jahr ist klar, dass das auf acht Pfählen und einer Betonplatte stehende Dach nicht am Ufer des Paulinensee bleiben darf, das Wasserwirtschaftsamt fordert seine Entfernung. Denn der See oberhalb von Mönsheim wurde für viel Geld für den Hochwasserschutz als Rückhaltebecken ausgebaut. Ein nach Aufforderung durch das Landratsamt beauftragtes Gutachten ergab, dass das Bauwerk einem Hochwasser nicht standhält und die Gefahr besteht, dass Teile davon die Funktion des Regelbauwerk im Damm stören könnten. Im Gemeinderat gab es Stimmen, die bedauerten, dass die Überdachung entfernt werden muss, aber auch solche, die sich verärgert zeigten, dass das Gremium bei der Beschaffung und Errichtung übergangen worden sei. Kosten von rund 13 000 Euro standen im Raum.

Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Simon Granville

In der Diskussion darüber, wie mit der Überdachung weiter verfahren werden soll, wurde klar, dass eine Verlegung an einen anderen Ort weitere Kosten verursachen würde. Schließlich fand der Vorschlag von Gemeinderat Markus Rösler (ML) eine Mehrheit, sie kostenlos an Selbstabholer abzugeben. Dies kommunizierte die Gemeinde im Mitteilungsblatt und auf ihrer Homepage – mit beachtlicher Resonanz.

Neben zwei Privatleuten interessierten sich der Tennisclub, der Volleyballclub und der Angelsportverein, alle aus Mönsheim, für das Wetterdach. Weitere Anfragen kamen vom SV Perouse für seine Boule-Anlage, von der Stadt Weil der Stadt für den Jugendbereich im Brühlpark sowie von den Gemeinden Wimsheim und Wurmberg für einen gemeinsamen Platz, der bei der Flurbereinigung entstanden ist. Auch der Waldkindergarten Mönsheim hatte sich interessiert, doch dort ist die Aufstellung nicht möglich, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Margit Stähle.

Mönsheimer Vereine haben bei der Vergabe die Nase vorn

Zwar zeigte sich bei der anschließenden Diskussion schnell die Tendenz im Gemeinderat, dass vor allem die Mönsheimer Vereine bei der Vergabe priorisiert werden sollten. Margit Stähle gab allerdings zu bedenken, dass die Überdachung bei allen drei Vereinen im Außenbereich stehen würde und es von der Baurechtsbehörde dazu noch keine Rückmeldungen gebe. Gemeinderat Norman Freiherr von Gaisberg schlug vor, jetzt per Losverfahren eine Priorisierung festzulegen und mit der eigentlichen Vergabe noch vier Wochen auf eine Antwort der Behörde zu warten.

So stehen nun der Tennisclub, der Volleyball-Club und der Angelsportverein auf den ersten drei Plätzen, gefolgt von der gemeinsamen Initiative Wimsheim/Wurmberg, bei der schon sicher ist, dass das Bauwerk am geplanten Ort stehen darf, so Margit Stähle. Man kann also gespannt sein, wo das umstrittene Dach, das noch vor der Suspendierung des seit einem Jahr beurlaubten Bürgermeisters Michael Maurer errichtet wurde, seinen neuen Standort findet. Auf jeden Fall muss die Überdachung bis spätestens 15. Mai von den Beschenkten abgebaut werden.