Stuttgart Blutmond verpasst? Sternwarte zeigt Bilder von Mondfinsternis

Von Jan Sellner 

Wer die Mondfinsternis beziehungsweise den Blutmond nicht oder nicht richtig gesehen hat, kann dies nachholen: Der Verein Sternwarte Stuttgart zeigt Mondbilder im Planetarium.

Anziehungspunkt Sternwarte: rund 1000 Besucher kamen am Freitagabend zur Mondfinsternis. Foto: Andreas Eberle 13 Bilder
Anziehungspunkt Sternwarte: rund 1000 Besucher kamen am Freitagabend zur Mondfinsternis. Foto: Andreas Eberle

Stuttgart - Hochstimmung bei den Mitgliedern des Vereins der Sternwarte Stuttgart: Die Mondfinsternis hat am Freitagabend mehr als 1000 Besucher auf die Uhlandshöhe gelockt. Andreas Eberle, Vorsitzender des rund 500 Mitglieder zählenden Vereins, schwärmte noch am Sonntag von dem „grandiosen Gemeinschaftserlebnis“: „Die Menschen hatten ausgiebig Zeit, Mond zu gucken.“

Und es gab ja auch noch mehr zu sehen: den Mars und die Weltraumfähre ISS. Die Teleskope der Sternwarte brachten den Besuchern zusätzlich Jupiter, Saturn und Venus nahe. „Es hätte nicht besser sein können“, sagt Eberle, ein gelernter Diplom-Mathematiker: „Alles passte: der wolkenlose Himmel, die laue Nacht – und die seltene Konstellation am Himmel.“

Szenenapplaus für den Mond und die ISS

Enttäuschte Gesichter, weil der Erdtrabant lange blass blieb? Nein! „Am Anfang war der Mond schwer zu erkennen“, erklärt Eberle. „Da war der Himmel noch zu hell.“ Mit zunehmender Dämmerung verfärbte sich der Mond dann aber rötlich. „Da hat er dem Mars Konkurrenz gemacht.“

Auf dem Höhepunkt der Mondfinsternis um 22.22 Uhr gab es auf der Uhlandshöhe sogar Szenenapplaus. Ebenso als Alexander Gerst in der ISS vorbeiflog. „Viele Besucher haben bis zum Schluss ausgehalten.“ Der 38-jährige Chef der Sternwarte sank erst im Morgengrauen ins Bett: „Völlig platt, aber mit einem Strahlen im Gesicht.“

Der Verein, der jedes Jahr rund 200 Veranstaltungen ehrenamtlich stemmt, will das astronomische Großereignis jetzt nachbereiten: Am 3. August stellen die Vereinsmitglieder um 20 Uhr im Planetarium ihre Mond-Fotos vor. Besucher sind auch hier willkommen; der Eintritt ist frei. Außerdem nimmt der Verein schon die nächste Mondfinsternis in den Blick: am 21. Januar morgens gegen 4 Uhr. „Das wird kürzer und kälter“, sagt Eberle. Kein Vergleich zur himmlischen Freitagnacht.

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