Monica Lewinsky Affäre mit Clinton war „grober Machtmissbrauch“

Von red/AP 

Sie gilt als die wohl bekannteste Praktikantin: Monica Lewinsky, die mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton eine Affäre gehabt haben soll. In Zeiten der #MeToo-Bewegung äußert sie sich nun zum Verhältnis.

Monica Lewinsky ist nicht der Ansicht, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sie bei ihrer Affärezu sexuellen Handlungen genötigt hat. Foto: AP
Monica Lewinsky ist nicht der Ansicht, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sie bei ihrer Affärezu sexuellen Handlungen genötigt hat. Foto: AP

New York - Monica Lewinsky ist nicht der Ansicht, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sie bei ihrer Affäre zu sexuellen Handlungen genötigt hat. In einem Gastbeitrag in der März-Ausgabe der „Vanity Fair“ warf die ehemalige Praktikantin im Weißen Haus Clinton aber vor, seine Position ausgenutzt und sich dadurch eines „groben Machtmissbrauchs“ schuldig gemacht zu haben.

Angesichts der #MeToo-Bewegung befand Lewinsky, sie bewundere den Mut der Frauen, die „fest verwurzelten Überzeugungen und Institutionen“ getrotzt hätten. Sie sei zu Tränen gerührt gewesen, als eine Vorreiterin der Bewegung kürzlich zu ihr gesagt habe: „Es tut mir so leid, dass du so alleine gewesen bist.“

Beziehung zur Praktikantin

Die Lewinsky-Affäre hätte Clinton in den 1990er Jahren beinahe sein Amt gekostet. Der US-Präsident hatte die sexuelle Beziehung zu der Praktikantin zunächst abgestritten, dann aber 1998 zugegeben. Das führte zu einem Amtsenthebungsverfahren, das schließlich im US-Senat scheiterte.

Lewinsky schrieb in dem Beitrag für das Magazin weiter, bei ihr sei posttraumatischer Stress festgestellt worden, nachdem sie wegen der Affäre öffentlich ausgegrenzt worden sei. Die #MeToo-Bewegung lobte sie dafür, dass sie durch Solidarität Sicherheit gebe.

„Es gibt viele weitere Frauen und Männer, deren Stimmen und Geschichte vor meinen gehört werden müssen“, schrieb Lewinsky und erläuterte, dass sie mit 22 Jahren noch nicht die Folgen der Affäre habe abschätzen können. „Er war mein Boss. Er war der mächtigste Mann des Planeten. Er war 27 Jahre älter als ich, mit genügend Lebenserfahrung, um es besser zu wissen. Er war damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere, während ich meinen ersten Job nach dem College hatte“, so die heute 44-Jährige.