Stadtkind Stuttgart

Monica Menez beim Mode-Event "Haute Cueture" Hollywood-Glam in Stuttgart

Von Tanja Simoncev 

Diesen Samstag lädt die international erfolgreiche Stuttgarter Fotografin und Filmemacherin Monica Menez zur Welt-Premiere ihres Films "Bello" auf das Mode-Event "Haute Cueture" ein und verspricht ein Hollywood-Musical in gemein. 

Monica Menez (rechts) bringt mit der Premiere von ihrem Film Bello (Ausschnitt links) auf dem Mode-Event Haute Cueture ein bisschen Hollywood-Glam nach Stuttgart. Foto: Monica Menez 8 Bilder
Monica Menez (rechts) bringt mit der Premiere von ihrem Film "Bello" (Ausschnitt links) auf dem Mode-Event "Haute Cueture" ein bisschen Hollywood-Glam nach Stuttgart. Foto: Monica Menez

Stuttgart - Ein Herzensding, lustig und böse - wie ein Hollywood-Musical in gemein: So beschreibt die preisgekrönte Filmemacherin und Fotografin Monica Menez ihr neuestes Werk "Bello". Gedreht wurde in Kirchheim/Teck, zum ersten Mal gezeigt wird der Streifen der Stuttgarterin am kommenden Samstag in einem besonderen Rahmen - beim Fashion-Event Haute Cueture. Mode-Menschen finden auf diese Weise zusammen und zeigen, dass das Städtle mehr kann als Spätzle und Sparmaßnahmen.

Monica ist begeistert von dem neuen Vibe, der durch Stuttgart wabert und der Idee von Francisco Fernandez und Cisar Leebra, die mit Haute Cueture die Mode-Szene der Stadt vernetzen wollen. So etwas habe es hier früher nicht gegeben, erinnert sich die Filmemacherin: "Fashionmäßig hast du in Stuttgart kaum etwas mitbekommen und plötzlich sind da Leute, die was reißen, auf einem coolen Niveau. Und du merkst selbst, da ist noch Potential, da tut sich was." Kein Wunder kam die Stadt am Neckar nun auch als Schauplatz einer Fashion-Film-Premiere in Frage.

"Zieh' dein Ding durch und du wirst Erfolg haben"

Und wie wählte Monica bisher die Orte für so ein Ereignis aus? Da würden die großen Fashion-Film-Festivals den Ausschlag geben, je nach dem welches gerade als nächstes anstehe. "Und mittlerweile hat ja jede Stadt, die etwas auf sich hält, ihr eigenes", weiß das kreative Energiebündel mit kroatischen Wurzeln, das 2012 durch ein freies Fotoprojekt, das irgendwie nicht so recht laufen wollte, zum Film kam, zu berichten. „Ich konnte die Geschichte nicht so erzählen wie ich wollte. Und weil ich das Ganze fotografisch nicht lösen konnte, wusste ich: Ich muss es filmen.“

Ihr erster Film war damit im Kasten und der Anfang für eine "I do it my way"-Karriere gemacht. „Mein Tipp ist: Man kann es nie allen Recht machen, also muss man immer sein eigenes Ding durchziehen.“ Klar, gebe es Zweifel, "aber im Grunde zählt erstmal, ob ich damit zufrieden bin. Und wenn man sein Ding macht und gute Kritik bekommt, dann setzt das so viel Energie frei." Eine Einstellung, die gleich mehrfach belohnt wurde. Beim Fashion-Film-Festival in San Diego etwa gewann Monica Menez für "Precious" den Preis "Most Creative Concept" und später in Frankreich für "Hors d’Oeuvre" unter anderem den Hauptpreis "Best Art Direction".

„Es war unfassbar“, berichtet die Filmemacherin rückblickend und erklärt sich ihren schnellen Erfolg in der Branche so: „Ich nehme an, dass meine Konzepte deshalb so gut ankommen, weil ich eine Geschichte erzähle. Als Geschichtenerzähler ist es leichter, im Film Fuß zu fassen. Und genau da fühle ich mich auch richtig wohl, weil meine lustigen Ideen dort eben gern gesehen werden. Trotzdem sehe ich mich nicht nur im Film, auch die Fotografie ist mir wichtig - ich will einfach beides machen.“ Und was inspiriert sie zu diesen, wie sie selbst sagt, strangen Geschichten. „Ich habe gemerkt, dass Musik mir ganz viel bringt. Wenn ich Musik höre, also ganz bescheuerte Musik, dann inspiriert mich das.“

Che bello - wie schön

Auch bei "Bello" habe die Musik ihren Beitrag geleistet. "Ich liebe die alten Hollywood-Tanzfilme und wollte schon immer mit Tänzern zusammenarbeiten", beschreibt Monica das Film-Thema. "Bello ist lustig und auch ein bisschen böse - und er handelt von Liebe." Im Auftrag von Leica und dem hochwertigen S-Magazine, für die das Allround-Talent schon mehrere Strecken fotografiert hatte, sollte eigentlich eine neue Strecke für das Heft folgen, doch die Stuttgarterin dachte sich: "Mensch, eigentlich könnte man doch auch drehen." Die Idee sei sofort auf Begeisterung gestoßen. Und so machte sich die Fotografin ans Werk - zwar im Auftrag von, aber mit total freier Hand. 

Und das nach zwei Jahren Film-Pause. Warum so lange? "Ein Faktor ist die Zeit. Da ich ja auch Fotografin bin und nicht nur drehe, gab es einfach ein Zeitproblem." Doch aktuell habe Monica drei Filme in Vorbereitung, an denen sie aktuell arbeite. "Ich habe diese Zeit auch einfach gebraucht, um zu überlegen, in welche Richtung will ich jetzt gehen, ist es Film, ist es Fotografie, tue ich gerade das, was ich will? Und ich wusste nur: Ich will etwas mit Fashion machen und am liebsten Film und Fotografie kombinieren." Und so wird die Filmemacherin, die vom Storytelling, der Umsetzung und Musikauswahl über die Produktion und Regie alles komplett mitbestimmt, auch bei freien Foto-Projekten immer das Bewegtbild miteinbauen, ob als GIF oder Stop-Animation. Denn Monica weiß: "An Bewegtbild führt kein Weg vorbei." 

Hier geht's zum Event Haute Cueture und damit zu genaueren Infos der Weltpremiere von "Bello".