Auf der 96. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 hat Grünen-Chefin Walker OB Schuster widersprochen. Der Ausstieg sei deutlich günstiger zu haben.

Stuttgart - Die neue Landeschefin der Grünen, die Stuttgarter Stadträtin Thekla Walker, hat am Montagabend bei der 96. Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 der Aussage von OB Wolfgang Schuster widersprochen, die Ausstiegskosten beliefen sich auf 1,5 Milliarden Euro; tatsächlich lägen sie nicht höher als 300 bis 400 Millionen Euro. Walker wies darauf hin, dass in dem Milliardenbetrag rund 800 Millionen Euro enthalten seien, die aus der Kasse der Bahn in jene der Stadt wanderten. Dass die Kommune neben dem bereits vor zehn Jahren entrichteten Grundstückspreis von rund 460 Millionen Euro einen adäquaten Zins verlangen könne, sei selbstverständlich; immerhin habe die Bahn in diesem Zeitraum mit dem Geld erfolgreich gewirtschaftet.

Die Parteichefin sagte, das Land könne sich S21 wegen des Großprojekts Energiewende nicht leisten. Wie der Gewerkschafter Werner Sauerborn forderte sie die Projektgegner auf, die Nachteile des Projekts ins Land hinauszutragen. Sauerborn bedauerte die Zurückhaltung von Teilen der Gewerkschaften aus Sorge, eine Positionierung könnte die Solidarität schwächen.

Nach Veranstalterangaben sind mehr als 4000 Menschen zur Kundgebung gekommen. Die Polizei sprach von bis zu 2000.

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