Trotz der Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr haben am Montagabend nach Polizeiangaben rund 1800 Menschen an der Montagsdemo teilgenommen.

Stuttgart - Trotz der Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr haben am Montagabend nach Polizeiangaben rund 1800 Menschen an der 94. Montagsdemonstration gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 teilgenommen, die Veranstalter sprachen sogar von 3500 Teilnehmern. Dabei kritisierte die Sprecherin der Grünen im Gemeinderat von Ulm, Birgit Schäfer-Oelmayer, den Rathauschef der Münsterstadt, Ivo Gönner (SPD). Dieser dulde in seiner Kommune keinen Widerspruch gegen das Bahnprojekt. Zwar benötige Ulm einen leistungsstarken Schienenanschluss: „Einen unterirdischen Bahnhof brauchen wir dafür aber nicht.“

Der Schauspieler Walter Sittler bezeichnete das für die geplante Volksabstimmung am 27. November geltende Quorum als extrem bürgerfeindlich. Offenbar wagten es die Politiker im Landtag nicht, sich einem einfachen Votum der Wähler zu stellen. Gleichwohl rief Sittler dazu auf, Ende November mit Ja für den Ausstieg des Landes aus der Mitfinanzierung von Stuttgart 21 zu stimmen: „Wer aus Zorn über das Quorum den Volksentscheid boykottiert, vergibt eine große Chance.“ Es gehe bei der Volksabstimmung vor allem um mehr Demokratie und Gerechtigkeit.