Mord am Fasanenhof in Stuttgart Psychiater bei Schwertmord eingeschaltet

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Die Ermittlungsgruppe „Fasan“ hat sich einen Monat nach der Tat aufgelöst. Für das weitere Verfahren soll sich ein Gutachter mit der psychischen Verfassung des Tatverdächtigen auseinandersetzen.

Die Bluttat spielte sich im Wohngebiet ab – viele Anwohner erlebten sie mit. Foto: Andreas Rosar
Die Bluttat spielte sich im Wohngebiet ab – viele Anwohner erlebten sie mit. Foto: Andreas Rosar

Stuttgart - Der Mann, der Ende Juli im Fasanenhof einen 36-Jährigen auf offener Straße mit einem Samuraischwert erstochen haben soll, soll nun ein Psychiater untersuchen. „Es haben sich Anzeichen ergeben, dass psychische Probleme vorliegen könnten“, sagte der Polizeisprecher Johannes Freiherr von Gillhausen. Deswegen sei der Experte eingeschaltet worden. Das Gutachten des Psychiaters werde dann bei der juristischen Beurteilung in einem Prozess berücksichtigt. Die Frage nach der Herkunft des Mannes sei aktuell nicht abschließend zu klären. Mit der Identität könnte ein mögliches Motiv der Tat verbunden sein.

Der Tatverdächtige sitzt seit dem 31. Juli in Untersuchungshaft. Er konnte kurz nach der Tat in dem Möhringer Stadtteil im nahe gelegenen Körschtal festgenommen werden. Er soll am Abend des 31. Juli an der Wohnadresse des 36-jährigen Opfers auf den Mann gewartet haben, mit dem er früher in einer Wohngemeinschaft gelebt hatte. Ein Dekoschwert nach Art der Samurai hatte er sich kurz zuvor besorgt und den Mann dann damit bedroht. Der konnte sich noch vom Hauseingang weg auf die Fasanenhofstraße flüchten. Dort holte ihn sein Widersacher ein und stach ihn mit dem Schwert nieder.

Der Mann gab selbst den Hinweis auf seine wahre Identität

Die Ermittlungsgruppe Fasan der Kriminalpolizei habe sich nun aufgelöst, so der Polizeisprecher weiter. Die Frage nach der wahren Identität des Mannes habe sich nicht abschließend klären lassen. Er habe selbst angegeben, aus Jordanien zu stammen und nicht 28, sondern 30 Jahre alt zu sein. Im Jahr 2015 war er nach Deutschland gekommen und hatte als Syrer Asyl beantragt. An seinen Papieren hätten keine Zweifel bestanden, er lebte seither als vermeintlicher Syrer hier. Einige Zeit davon hatte er mit dem Opfer in einer WG an der Fasanenhofstraße gewohnt – dort, wo nun auch die Tat geschah. Zuletzt war er im Kreis Ludwigsburg gemeldet gewesen.

Bei der Tat soll er „Warum hast du das getan?“ geschrien haben: Der mutmaßliche Jordanier habe dem Opfer vorgeworfen, seine falsche Identität als Syrer bei den Behörden gemeldet zu haben. Das habe man aber auch noch nicht abschließend verifizieren können. Der Fall werde nun an die Staatsanwaltschaft abgegeben. In der Ermittlungsgruppe seien zwischen 15 und 20 Beamte der Kriminalpolizei mit dem Fall befasst gewesen.

Die Staatsanwaltschaft untersucht neben dem Tötungsdelikt auch, ob sich Zeugen etwas zuschulden kommen ließen: Mehrere Personen hatten den Mord mit Mobiltelefonen gefilmt und die Aufnahmen ins Netz gestellt. „Dazu laufen die Untersuchungen noch“, sagt Heiner Römhild, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Aufgrund der Videos hat die Polizei ein klares Bild vom Ablauf des Angriffes erhalten.

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