Mord in Sindelfingen 2025 Anklageverlesung am Gericht – Vom E-Scooter gezogen und „heimtückisch“ ermordet

Spurensuche der Polizei am Goldbachsee im Mai 2025 Foto: SDMG
Böblingen: Martin Dudenhöffer (dud)

Am Stuttgarter Landgericht hat am Donnerstagmorgen der Prozess gegen Vladimir B. (Name geändert) begonnen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem 46-Jährigen vor, seine ehemalige Bekannte, eine 38 Jahre alte Frau, am 23. Februar 2025 in der Nähe des Sindelfinger Mönchbrunnens getötet zu haben.

 

In Anwesenheit des Angeklagten, dessen Strafverteidiger und einer Übersetzerin für Russisch verlas die Staatsanwältin die Anklage. Diese belastet den ukrainischen Staatsangehörigen B. schwer. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet Mord aus Heimtücke.

Im Dunkeln aufgelauert, überwältigt und getötet

Am Abend des 23. Februar 2025, einem Sonntag, verließ Darya C. (Name geändert) wohl kurz nach ihrem Schichtende um 20 Uhr ihre Arbeitsstelle, das Restaurant der Sindelfinger Schützengilde. Für den Heimweg nahm die 38-Jährige einen E-Scooter. Im Wald, rund 500 Meter entfernt von der Gaststätte, soll sie völlig unvermittelt Vladimir B. begegnet sein. Dieser kam laut Anklage „aus dem Dunkeln“ und zog Darya C. gewaltsam am Arm vom Roller. Laut Staatsanwaltschaft tötete B. seine Bekannte „durch Gewalt gegen den Hals“.

Nach der Tötung entkleidete B. sein Opfer und warf sie in einen 46 Zentimeter breiten und 50 Zentimeter hohen Amphibiendurchlauf nahe des Goldbachsees. Den E-Scooter entsorgte B. im Goldbachsee. Dieser befindet sich nahe der A81- Anschlussstelle Sindelfingen-Ost. Die Kleidung der Getöteten nahm B. nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mit.

Waldarbeiter fanden die fast vollständig entkleidete Leiche

Darya C. wurde am 6. März 2025 als vermisst gemeldet. Erst knapp drei Monate nach ihrem plötzlichen Verschwinden, am 22. Mai 2025, fanden Waldarbeiter die Leiche der 38-Jährigen mit russischer Staatsbürgerschaft am Amphibiendurchlauf. In den Folgewochen intensivierte die Polizei die Ermittlungen und die Spurensuche in Sindelfingen, vor allem rund um den Tatort und den Auffindeort der Leiche im Sindelfinger Wald.

Hier am Goldbachsee wurde die Leiche der 38-Jährigen gefunden – drei Monate nach dem Mord. Foto: SDMG/Dettenemeyer

Die Staatsanwaltschaft hat gegen B. Anklage wegen Mordes erhoben. Durch den Hergang – die Frau wurde unvermittelt und aus der Dunkelheit angegriffen – sieht sie das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Welche Motive hinter dem mutmaßlichen Mord stehen, ist noch nicht bekannt. Der aus dem Kreis Konstanz kommende Vladimir B. bleibt weiterhin in Haft.

Der Prozess wird am Dienstag, 24. Februar, am Landgericht Stuttgart fortgeführt. Insgesamt sind neun Verhandlungstage angesetzt.

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