Mordprozess vor dem Stuttgarter Landgericht Die Angeklagten gehen in Deckung

Von Frederike Poggel 

Ein rechtsradikaler Mob soll Migranten angegriffen haben. Als Einzige von Dutzenden Verdächtigen stehen jetzt zwei junge Männer vor Gericht.

  Foto: Gottfried Stoppel
  Foto: Gottfried Stoppel

Stuttgart - Rechtsradikale Brutalos, die laut Staatsanwalt aus „dumpfer ausländerfeindlicher Gesinnung heraus“ eine Gartenhütte mit Menschen darin anzünden, stellt man sich anders vor. Da sitzt der dünne Sohn eines Kripobeamten, 21 Jahre jung, auf der Anklagebank und versinkt fast in dem Kapuzenpulli, nervös umfassen seine Finger die Knöchel. Hinter ihm in Saal 18 des Landgerichts Stuttgart sitzt sein Kumpel, auch er zurückhaltend, findet leise Töne. Auf den beiden Glatzköpfen von einst wächst wieder ein borstiger Igelschnitt. „Ich bin mit der rechten Szene aufgewachsen“, sagt der 22-jährige Freund mit Hakenkreuz-Tattoo auf dem rechten Unterarm in breitem Schwäbisch. Und auf die Frage des Richters, wie er das heute sehe, antwortet er: „Anderscht.“

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