Motorsport Gerhard Berger stellt die neue DTM vor

Setzt große Hoffnungen in die neue DTM: Gerhard Berger Foto: dpa/Uwe Anspach
Setzt große Hoffnungen in die neue DTM: Gerhard Berger Foto: dpa/Uwe Anspach

Gerhard Berger zeigt, wie sich die Rennserie 2021 präsentieren will: mit mehreren Fabrikaten auf der Rennstrecke, mit Wettfahrten für Nachwuchsfahrer und mit der Rückkehr der Haudegen.

Sport: Dominik Ignée (doi)

Stuttgart - Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) stellt sich neu auf. Gerhard Berger präsentierte am Freitag das Konzept für 2021, mit dem sich die zuletzt durch das Ausscheiden von Mercedes und Audi arg gebeutelte Marke DTM ihren Fortbestand sichern möchte. Dabei setzt der DTM-Chef und ehemalige Formel-1-Pilot Berger auf den Wandel vom hochklassigen Tourenwagensport zum deutlich günstigeren GT-3-Sport. Schon viele Hersteller hätten ihr Interesse bekundet. Berger glaubt, so habe die DTM eine Zukunft.

Der Österreicher möchte Kundenteams der Hersteller ansprechen und hofft, dass sich die DTM schon 2021 bunt präsentieren wird. „Ob Porsche, Aston Martin, McLaren, Ferrari oder Audi – sie alle haben die GT-3-Autos praktisch in den Regalen“, sagt Berger. Für die neue DTM können sich Kundenteams bewerben, die Einschreibung soll ein paar Monate dauern, im Februar möchte man Klarheit haben, wer mitmacht und wer nicht. „Der Wille ist da, und die Teams sind motiviert“, erklärt Berger. Im GT-3-Sport stellten seiner Meinung nach die Budgets eine große Entlastung dar und seien durchaus machbar – doch wegen der Corona-Krise sei es trotzdem ein harter Kampf, Sponsoren und Partner zu finden.

Interesse signalisiert

Wenn sich genug Teams melden, erwartet Berger eine bunte Mischung aus zahlreichen Fabrikaten – auch ehemalige DTM-Rennställe wie Phoenix oder Abt haben ihr Interesse signalisiert. „Die Markenvielfalt ist etwas, woran die Fans sehr viel Freude haben“, sagt Berger, und das möchte die Rennserie ihren Zuschauer bieten. Möglich ist auch eine Rückkehr von Mercedes-Fahrzeugen. „Die DTM ist eine tolle Plattform mit großer Historie“, sagt Thomas Jäger vom Mercedes-Tuner AMG und kündigt den Kundenteams die Unterstützung an.

Damit interessierte Privatteams besser planen können, hat die DTM am Freitag auch ihren Terminkalender für 2021 veröffentlicht. Los geht es am 28. Mai mit einem Rennwochenende in Sankt Petersburg, von 1. Oktober an findet dann das Saisonfinale traditionsgemäß in Hockenheim statt. Dazwischen sind große Formel-1-Standorte wie Monza oder Spielberg ins Programm aufgenommen worden. In Deutschland wird außer in Hockenheim noch am Norisring (ab 2. Juli), am Lausitzring (23. Juli) und am Nürburgring (20. August) gefahren.

Mehr als eine Rennserie

Die DTM der Zukunft will mehr sein als eine Rennserie. Die GT-3-Autos sollen das „Herzstück“ eines Rennwochenendes bleiben. Zudem gibt es aber auch eine DTM-Trophäe für Nachwuchsfahrer, Motorsportangebote im digitalen Bereich, aber auch einen Classics-Wettbewerb wird es geben, in dem sich Haudegen der Serie mit alten Autos messen. Weiterentwickelt werden soll aber vor allem eine E-DTM. Ein Jahr nach der Vorstellung des Visionsfilms zu einer vollelektrischen Rennsportserie präsentiert die DTM beim Saisonfinale 2020 an diesem Wochenende in Hockenheim ein erstes Demonstrationsfahrzeug zur „DTM Electric“. „Der Motorsport und die Mobilitätsbranche befinden sich im Wandel“, sagt Gerhard Berger – doch die DNA der DTM „mit faszinierendem Rad-an-Rad-Motorsport“ solle weiterhin erhalten bleiben.

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