Motorsport in der WEC Kindheitstraum wird für Finn Gehrsitz zum Albtraum

Ziellinie nicht erreicht: Finn Gehrsitz muss der schwierigen Strecke in Le Mans Tribut zollen und baut einen Unfall. Foto: Xavier Bonilla

In seiner ersten Saison in der World Endurance Championship darf Finn Gehrsitz direkt ein legendäres Rennen fahren. Das Rennen endet für Steinenbronner allerdings mit einem Unfall.

Für Finn Gehrsitz ging ein Kindheitstraum in Erfüllung: Erstmalig trat der Rennfahrer beim berühmten 24-Stunden-Rennen in Le Mans an. Das Rennen endete für den Steinenbronner jedoch mit einem Unfall. „Es tut mir unheimlich leid für meine beiden Kollegen und das gesamte Team“, sagte er enttäuscht.

 

Dabei waren die Erwartungen nach den starken Leistungen schon in der World Endurance Championship (WEC) hoch. Entsprechend akribisch bereitete sich der 20-Jährige vor und baute in der Vorbereitung regelmäßige Nachtsessions im Simulator ein, um sich auf die anstrengenden Fahrten bei Dunkelheit vorzubereiten. Auch ein ausführlicher Test auf der Strecke stand auf dem Programm.

Die Mühe lohnte sich, denn von Beginn an war der Lexus RC F des Teams Akkodis ASP auf Augenhöhe mit der Spitze der Klasse LMGT3. Nach sehr guten Zeiten in den freien Trainings überzeugte Gehrsitz auch in der Hyperpole. Zwar hatte er wegen einer Unterbrechung nur einen einzigen Versuch, doch er hielt dem Druck stand und erreichte Platz sieben, wodurch der Einzug in die zweite Hyperpole gesichert war. Dort steuerte ein Teamkollege das Auto auf den achten Startplatz.

In dem langen Rennen arbeiteten sich die drei Lexus-Fahrer schnell durch das Feld, lagen zwischenzeitlich in Führung und verloren trotz einiger kleiner Zwischenfälle nie den Kontakt zur Spitze. Fünf Stunden vor Schluss wollte Finn Gehrsitz zur finalen Attacke auf das Podest blasen und legte beeindruckende Rundenzeiten auf den Asphalt. Zum Rennende wollte der Pilot in den anspruchsvollen Porsche-Kurven noch etwas Zeit finden, überschritt dabei aber das Limit und verursachte einen Unfall. Er blieb zwar unverletzt, war aber tief enttäuscht.

„Ich habe in meiner ganzen Karriere noch kein Auto verloren. Dass diese Premiere nun ausgerechnet hier passiert, enttäuscht mich tief und wird wohl auch noch eine Weile nachwirken“, erklärte ein niedergeschlagener Gehrsitz. Dennoch versuchte er, etwas positives mitzunehmen. „Bei diesem berühmten Rennen zu starten, war eine große Ehre für mich und ein ganz besonderes Erlebnis“, meinte er.

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