Motorsport Schneller als der Lehrmeister

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Smudo, den sie in der PS-Branche glücklicherweise als guten Rennfahrer bezeichnen und der manchmal sogar schneller ist als sein Lehrmeister von Löwis, gibt also Stoff. Auf dem Formel-1-tauglichen Teil der Piste ist die Welt noch Ordnung – Auslaufzonen so groß wie Handballfelder, ein Hochgenuss! Dann aber geht nach einem Linksknick in die grüne Hölle. Seit Niki Laudas Feuerunfall 1976 entspricht die Nordschleife nicht mehr den Sicherheitsstandards der Formel 1. Dort, wo Lauda fast verbrannte, wird Smudo dann aber dreimal aufs Armaturenbrett klopfen – das ist so abgemacht, denn ein bisschen Geschichtsunterricht muss bei Tempo 200 schon sein.

Smudo prügelt also den 385-PS-Cayman gnadenlos über die nasse Piste. Die montierten Regenreifen beruhigen etwas. Doch das hohe Tempo, mit dem wir bei Nässe auf eine Gerade einbiegen und immer mehr in Richtung Streckenbegrenzung treiben, lässt dieses seltsame Gefühl aufkommen: Das kann jetzt gut gehen – muss es aber nicht! Auf der Berg- und Talfahrt durch die Eifel gibt es überdies so viele Kuppen, dass dem Piloten blind vertraut werden muss. Der gute Mann wird ja wohl wissen, wie es dahinter weitergeht.

Plötzlich öffnet sich der Himmel

Smudo weiß es. Der „Taxi-Fahrer“ wirft die Kiste brutal über die Randsteine. In einer Steilkurve küsst der Asphalt den Unterboden oder den Frontspoiler – krrrrrrch macht es da. Das schrille Pfeifen der Bremsen ist ebenso unerträglich, doch irgendwie auch beruhigend. Es signalisiert: Der Pilot nimmt vor einer engen Biege ganz ordentlich das Tempo raus – gut so!

Das späte Anbremsen vor den Kurven auf nasser Fahrbahn zeugt von gewaltigem Mut. Wie versprochen gibt Smudo das Niki-Lauda-Signal, manchmal brüllt er dem Beifahrer auch etwas zu, das dieser bei dem hohen Lärmpegel im Auto natürlich nicht versteht. Die Döttinger Höhe, die letzte lange Gerade, knallt der prominente Rennfahrer dann mit Tempo 250 entlang. Das Poltern auf dem welligen Untergrund lässt dabei noch einmal das ungute Gefühl aufkommen : Es ist noch nicht geschafft.

Der Porsche erreicht die Boxengasse. Smudo klatscht sich nach seiner beeindruckenden Vorstellung mit dem Beifahrer ab und zieht Bilanz: „Ich habe 80 Prozent des Möglichen gegeben, aber es war schwierig, weil ich uns immer zwei, drei Meter Platz lassen musste, falls wir mal wegrutschen.“

Das Leben ist schön – denn nach dem Aussteigen öffnet sich ganz wunderbar der Himmel. Die Hölle, sie liegt hinter uns.

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