Mountainbike-Trail in Weinstadt Abwärts solls gehen – nur wo?

Sascha Kiefer zeigt auf dem Korber Trail einen Sprung: Die Strecke ist  nur etwas für Geübte, auf der in Weinstadt geplanten  sollen  auch Einsteiger fahren können. Foto: Eppler
Sascha Kiefer zeigt auf dem Korber Trail einen Sprung: Die Strecke ist nur etwas für Geübte, auf der in Weinstadt geplanten sollen auch Einsteiger fahren können. Foto: Eppler

Acht begeisterte Mountainbiker wollen in Weinstadt eine legale Piste anlegen, auf der Sprünge möglich sind, die auch weniger Geübte packen. Nun sind die jungen Sportler dabei, die Einwilligungen von Grundstückseigentümern einzuholen.

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Weinstadt - Sie sind jung, engagiert und haben ein Ziel: Sie wollen eine Mountainbike-Strecke in Weinstadt bauen, einen Singletrail, wie es in der Fachsprache heißt. Sie, das sind acht Jungs aus Weinstadt im Alter von 18 und 19 Jahren, die sich zusammengetan haben, damit ihr Traum kein Traum bleibt. Dass dies nicht einfach ist, wissen sie aus Erfahrungen, die Sportkollegen andernorts gemacht haben, etwa in Stuttgart-Degerloch. Dort hat man sich rund zehn Jahre lang abgemüht, ein solches Vorhaben umzusetzen. Interessen des Naturschutzes und Ängste von Bürgern, durch rasende Mountainbiker beim Spaziergang im Wald gefährdet zu werden, mussten berücksichtigt werden. Im Oktober könnten die Bauarbeiten an der Downhill-Strecke durch den Dornhaldenwald in Stuttgart fertig sein.

Kooperation mit den Korber Downhill-Fahrern

Von diesen Hürden haben sich die Jungs nicht abschrecken lassen. Zumal es auch andere Beispiele gibt: die Downhill-Strecke des SC Korb, der einzige legale Mountainbike-Trail im Rems-Murr-Kreis. Dort trainieren sie bisher. Probleme mit Spaziergängern oder Walkern gebe es keine, obwohl der Trail auch einen Weg quert. „Das Klima mit ihnen ist echt gut. Sie sind freundlich und interessiert, bleiben stehen und schauen uns zu“, berichtet Robin Schurr. Außerdem gebe es Warnschilder.

Abgesehen davon plane man für Weinstadt keine Downhill-Strecke nach Korber Vorbild, sondern lediglich einen Singletrail – also eine vom Schwierigkeitsgrad her einfachere Anlage mit niedrigeren Sprungschanzen, die auch für Einsteiger geeignet ist. Sie solle „mehr etwas für den Breitensport sein“, ergänzt Markus Zeller, der stellvertretende Vorsitzende der Freebiker Weinstadt. Sorge, dass die Downhill-Freaks dort dann hangabwärts rasen, muss demnach keiner haben.

Im Winter im früheren Jugendheim Schönbühl

Den Freebikern haben sich die acht Jungs vor Kurzem angeschlossen. Die Stadt habe ihnen geraten, sich in einem Verein zu organisieren, erzählt Schurr. Den Kontakt zu Verwaltung und Gemeinderat vermittelte den Jungs der Jugendgemeinderat. Gespräche habe es zwar auch mit dem RTF’84 Weinstadt gegeben, sagt Schurr: „Aber weil wir wie die Freebiker gerne in der Erde wühlen und im Gelände fahren, sind wir bei ihnen sicher besser aufgehoben als im RTF, in dem vorwiegend Rennradfahrer sind.“

Bei den Freebiker begrüßt man den Zuwachs. „Durch die Mountainbike-Sparte hoffen wir, neue Mitglieder zu gewinnen, vor allem Jugendliche, da unsere Jugend doch sehr kinderlastig geworden ist“, sagt Zeller. Bisher hat der Verein rund 100 Mitglieder, davon 60 aktive, und bietet eine BMX- und eine so genannte Dirt-Spart an, wo über Rampen gefahren wird und Tricks in der Luft vollführt werden. Trainiert wird auf den vereinseignen Strecken am Sportplatz Großheppach und winters in der Halle des früheren Jugendheims Schönbühl.

Und wo soll der Singletrail verlaufen? Vom Karlstein nach Beutelsbach hinunter könne man ihn sich gut vorstellen, meint Schurr. Auch der Schönbühl biete Möglichkeiten. Doch letztlich sei man da ganz offen und warte auf eine Antwort der Stadt. Mit dieser sei man so verblieben, ergänzt Zeller, dass sie jetzt prüfe, wo ein Trail realisiert werden könne. Schließlich wolle man dem Naturschutz nicht in die Quere kommen. „Es ist nicht in unserem Sinne etwas zu zerstören“, meint Zeller.

Versicherungen beim Landessportbund

Im nächsten Schritt gehe es darum, das Einverständnis der betroffenen Grundstückseigentümer zu erhalten. Die Haftungsfrage sei bereits geklärt. „Da gibt es Versicherungen, die man über den Landessportbund abschließen kann. Damit sind wir abgesichert.“ Sorgen belangt zu werden, falls ein Fahrer auf seinem Grundstück stürze, müsse sich deshalb keiner der Eigentümer machen. Auch die Kosten dürften kein Hinderungsgrund sein: Die Jungs wollen den Trail selbst bauen, unterstützt von den Freebikern, die sich dann auch um die Instandhaltung kümmern. Zudem hätten einige Kumpels, die nicht zu dem achtköpfigen Planungskernteam gehören, schon ihre Mithilfe zugesagt.

Denn es sind keineswegs nur die acht, die sich sehnlichst eine Mountainbike-Strecke in Weinstadt wünschen. Anfänglich ein Nischensport, werde Downhill-Fahren immer beliebter, berichtet Schurr: „Es kommen enorm viele dazu.“ Dass zeige sich auch an der Korber Downhill-Strecke. Früher habe man sie meist für sich allein gehabt. Jetzt wollten dort oft zehn Fahrer zur selben Zeit trainieren. Auch der Bedarf rechtfertigt also einen zweiten, legalen Mountainbike-Trail im Kreis.




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