Mountainbiken im Siebenmühlental Diese Trails sind für Fußgänger verboten
Seit einem Jahr gibt es die Mountainbiker-Trails im Siebenmühlental. Durch die legalen Strecken wird weniger wild durch den Wald geheizt. Wer davon profitiert.
Seit einem Jahr gibt es die Mountainbiker-Trails im Siebenmühlental. Durch die legalen Strecken wird weniger wild durch den Wald geheizt. Wer davon profitiert.
Für Freizeitsportler gibt es seit vergangenem Jahr zwei offizielle Trails, auf welchen Mountainbiker von der Filderebene hinunter Richtung Siebenmühlental fahren können. Anja Schubert, Leiterin des Amts für Immobilien, präsentierte nach rund einem Jahr Betrieb nun ein erstes Fazit. „Die Lenkungswirkung ist spürbar“, sagte sie im Technischen Ausschuss.
Aus Sicht der Initiatoren hat das offizielle Angebot dazu geführt, dass nicht-offizielle Strecken im Stadt- und Privatwald weniger befahren werden. Im Wald wurden versteckte Zähler installiert, die sowohl die Fahrbewegungen auf den beiden offiziellen Trails als auch auf bekannten, nicht-offiziellen Strecken dokumentierten. Auf einem nicht-offiziellen Weg wurden mit der Eröffnung der neuen Strecken keine Biker mehr festgestellt. Auf einer anderen nicht-offiziellen Strecke haben sich die Fahrten von 1170 im Jahr 2024 auf 824 im Jahr 2025 verringert. Davon profitiert unter anderem die Tierwelt. Die Jägerschaft habe Schubert mitgeteilt, dass sich Wild nun wieder in Gebieten aufhalte, wo es bisher kaum gesehen worden sei.
Es ist aber nicht allein das Wild, das von der Lenkungswirkung der offiziellen Trails profitiert. Auch die Konflikte mit Fußgängern dürften weniger geworden sein. Es gibt nämlich auch Wander-Trails, die eigentlich nicht von Radfahrern befahren werden dürfen. Normalerweise dürfen Fahrradfahrer lediglich die breiten Waldwege befahren. Die schmalen Trails sind Wanderern vorbehalten. Auf den Mountainbike-Trails in Leinfelden-Echterdingen ist das nun anders. Diese sind für Fußgänger verboten. Bei Nicht-Beachtung drohen Zusammenstöße mit schlimmen Folgen. Ein Vorteil der offiziellen Trails ist, dass es klare Regeln, eine Versicherung und einen rechtlichen Rahmen gibt. „Wir appellieren an die gegenseitige Rücksichtnahme“, sagte Schubert.
Bis die Tails gebaut werden konnten, nahmen die Initiatoren das Bohren dicker Bretter in Kauf. Die Vorarbeiten haben rund vier Jahre gedauert, woran Schubert am Dienstagabend erinnerte. Denn zunächst mussten die unterschiedlichen Waldnutzer wie Freizeitsportler, Jäger, Privatwaldbesitzer und Naturschützer an einen Tisch gebracht werden. Am Ende stand jene Lösung, die vergangenes Jahr in Betrieb ging.
Auf den beiden Trails, dem SpätzLE- und dem FlädLE-Trail, können die Radfahrer seitdem über die präparierten Strecken kurven und springen. Die beiden rund einen Kilometer langen Wege sind mit Schildern gekennzeichnet. Die Strecken sollen sowohl erfahreneren Bikern als auch Familien mit Kindern Spaß bieten. Eine wesentliche Rolle beim Betrieb und dem Unterhalt der Strecken spielt der Verein Bikesport. Um die Instandhaltung kümmern sich Freiwillige rund um den Verein. Regelmäßig werden die Stecken von sogenannten Trailpaten geprüft. Es wird ein Protokoll erstellt, mögliche Gefahren beseitigt, der Weg ausgebessert und herumliegender Müll eingesammelt. Größere Instandhaltungsarbeiten wurden über den Winter ausgeführt, sodass die beiden Strecken zum Frühlingsbeginn für die neue Saison bereits sind.
Der FlädLE-Trail kann vom Wanderparkplatz an der Alten Poststraße gestartet werden. Von dort müssen die Radfahrer ein wenig Richtung Südosten am Waldrand entlangfahren und dann auf den Feldern nach rechts abbiegen. Wenn man wieder an den Waldrand kommt, ist der Einstieg in den Trail ausgeschildert. Die Strecke endet bei der Walzenmühle. Von dort können die Sportler Richtung Schlößlesmühle und von dort über die Alte Poststraße wieder zurück zum Parkplatz.
Der SpätzLE-Trail kann ebenfalls vom Wanderparkplatz an der Alten Poststraße begonnen werden. Die Anfahrt erfolgt über die Alte Poststraße, dann rechts in die Rasierbuckelallee. Nach wenigen hundert Metern beginnt der Trail links. Die Strecke endet südlich des Wanderparkplatzes bei der Seebruckenmühle.
Ganz beendet haben die offiziellen Trails das Anlegen neuer, nicht-genehmigter Strecken allerdings nicht, wie Schubert zugab. Allerdings stecke dahinter meist nur Unwissenheit jugendlicher Freizeitsportler, die begännen im Wald zu bauen. Würden die Mountainbiker angesprochen, über die negativen Folgen für den Wald aufgeklärt und auf die offiziellen Strecken verwiesen, herrsche in der Regel Einsicht.
Zukunft
Die Genehmigung der Forstbehörde für die Trails ist derzeit bis Ende 2028 befristet. Wie es danach weitergeht, ob es eine keine Verlängerung, erneut eine befristete oder eine unbefristete Genehmigung der Strecke gibt, muss abgewartet werden.
Kosten
Die Kosten für das Vorhaben sind über den Planungszeitraum immer wieder gestiegen. Aktuell werden die Kosten für die Herstellung der beiden Trails auf 70.000 Euro beziffert. pib