Mountainbiker am Fellbacher Kappelberg Heimtückische Falle im Wald

Von Kathrin Brenner 

Mitte November taucht in den sozialen Netzwerken ein Foto auf, das Mountainbiker in der Region in Sorge versetzt: Über einen Waldweg, den einige von ihnen als Strecke nutzen, ist eine Schnur gespannt. Es ist nicht der erste Fall im Südwesten.

Mountainbiker müssen derzeit vorsichtig sein (Symbolbild). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Mountainbiker müssen derzeit vorsichtig sein (Symbolbild). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Fellbach - Das Foto, das seit Mitte November in den sozialen Netzwerken kursiert, zeigt eine etwa fünf Millimeter dicke Schnur, auf Halshöhe zwischen zwei Bäumen gespannt. Sie verläuft quer über einen Trampelpfad am Kappelberg, den Mountainbiker als Strecke nutzen.

Beinahe seien sie hineingefahren, schreiben einige von ihnen auf Facebook und warnen andere Mountainbiker vor derartigen Fallen. „Wenn da jemand reinfährt, kann das sogar tödlich enden“, sagt Heiko Mittelstädt von der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB). Zwar sollten die Radfahrer immer so unterwegs sein, dass sie im Notfall rechtzeitig bremsen können, betont Mittelstädt. Doch eine solche Schnur sei kaum zu sehen: „Wenn man völlig unvorbereitet da hineinfährt, fällt man um wie ein nasser Sack“, sagt er. „So etwas ist heimtückisch.“

Dementsprechend fällt der Tenor der Kommentare unter dem Posting aus: „Auf alle Fälle anzeigen“, schreibt ein User und erhält dafür viel Zustimmung. „Fotografieren, entschärfen, bei der Polizei melden“, rät auch der DIMB Mountainbikern, die auf eine solche Falle stoßen.

Weg am Kappelberg ist eigentlich illegal

Bei der zuständigen Polizeibehörde im Rems-Murr-Kreis hat man hingegen bislang nichts von der Schnur gehört. „Mir ist hier noch nie ein solcher Fall untergekommen“, sagt ein Sprecher. Es handle sich sicherlich nicht um ein alltägliches Delikt.

Dass es noch nicht zu einer Anzeige kam, könnte daran liegen, dass die Mountainbiker den Weg am Kappelberg illegal nutzen. Die Radsportabteilung des TV Hegensberg schreibt in einer Erklärung: „Die Schnur befand sich am Ausgang eines Trampelpfades nahe des Kappelbergs, der für Radfahrer durch die Zwei-Meter-Regelung des Landeswaldgesetzes nicht freigegeben ist, jedoch mangels legaler Alternativen öfters genutzt wird.“

Nach der Zwei-Meter-Regel ist Radfahren im Wald in Baden-Württemberg nur auf Wegen erlaubt, die mindestens zwei Meter breit sind.

Fallen als eine Art Selbstjustiz?

Heiko Mittelstädt sieht in genau dieser Regelung ein Problem. Durch sie könnten sich seiner Meinung nach manche Menschen ermutigt fühlen, „Hilfspolizist zu spielen“ und mit derartigen Fallen dem Gesetz Nachdruck zu verleihen.

Mittelstädt ist beim DIMB Projektleiter für Open-Trails-Aktivitäten und setzt sich für einen freien Zugang zu allen Waldwegen ein. „In anderen Bundesländern gibt es solche Bestimmungen wie die Zwei-Meter-Regel nicht“, sagt er.

„Die Politik muss sich dazu äußern“, fordert Mittelstädt. „Durch die Fallen werden momentan wir Mountainbiker gefährdet.“ Er hat den Eindruck, dass sich Vorfälle wie der am Kappelberg im Südwesten häufen.




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