MTV Stuttgart Großverein bleibt weiterhin am Ball

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Die aktuellen Verordnungen haben den gewohnten Betrieb in den Sportvereine schlagartig zum Erliegen gebracht. Die Zwangspause kann aber auch pfiffig genutzt werden, wie der MTV Stuttgart vorführt.

Der Sportlehrer Oliver Ziegler arbeitet in den Außenanlagen. Foto: Tom Bloch 7 Bilder
Der Sportlehrer Oliver Ziegler arbeitet in den Außenanlagen. Foto: Tom Bloch

S-Nord - Ein schönes, ja fast idyllisch anmutendes Foto vom Sportgelände am Kräherwald, dazu ein Gruß wie zum Beispiel: „Guten Morgen vom MTV Stuttgart.“ So präsentiert sich Stuttgarts zweitgrößter Sportverein nahezu täglich am Morgen in den Sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Und im Laufe des Tages kann man an selber Stelle verfolgen, was auf dem Vereinsgelände abgeht, obwohl aufgrund der Corona-Verordnung der Landesregierung die Nutzung untersagt und der Freibereich mit Bauzäunen abgesperrt ist.

Es wird aufgeräumt, umgeräumt, ausgemistet

Pinsel statt Hantel, Schwingschleifer statt Beinpresse, Rechen statt Flexibar – auf den Vereinsgeländen oben auf dem Kräherwald und unten in Botnang an der Furtwänglerstraße wird aufgeräumt, umgeräumt, ausgemistet und renoviert. „Nach einem ersten Schock nach dem Sport-Aus haben wir einfach losgelegt. Wir haben erst unten in Botnang unser Fitnesscenter ,Motiv‘ und das dazugehörige Gelände auf Vordermann gebracht und kümmern uns jetzt um die Anlage auf dem Kräherwald“, sagt Daniel Wall-Massetti, einer der drei stellvertretenden Geschäftsführer. „Das Prinzip ist einfach: „Alles, was man immer schon mal machen wollte, aber nie dazu kommt.“

Das Besondere: Alle helfen mit. Egal ob Geschäftsführer oder Sportlehrer, mit dem Pinsel und dem Farbeimer in der Hand werden alle gleich. Gleich dreckig. Gleich fleckig. „Da kommen heimliche Talente an die Oberfläche“, sagt Daniel Wall-Massetti und lacht. Er selbst ist gerade mit einem frisch lackierten Geländer beschäftigt. Und so werden je nach sich entpuppender Neigung die Festangestellten aufgeteilt, immer nur maximal zwei Personen pro Raum, und los geht’s: Putzen, Aufräumen, Schleifen, Lackieren, Abkleben, Streichen. Der Mundschutz hilft da gleich doppelt, gegen die Viren und gegen den Schleifstaub, der anfällt, wenn die alten Holzdielen der Bänke in den Umkleidekabinen abgeschliffen werden.

600 Kilogramm Stahlschrott

Krafttraining geht immer. So wurden über 600 Kilogramm Stahlschrott gesammelt und abtransportiert. Elf Tonnen frischer Sand dagegen wurden angeliefert und in den Weitsprunggruben und auf dem Spielplatz eingearbeitet. „Unsere Platzwarte haben gerade soviel Mitarbeiter wie selten“, sagt Wall-Massetti und blickt kurz zurück.

Im März wurde die Kurzarbeit noch vermieden. Und jetzt im April konnten noch viele der knapp 50 Festangestellten des Großvereins weiter beschäftigt werden, auch wenn jetzt ein Teil, sozial verträglich ausgesucht, in Kurzarbeit ist.




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