Müll auf der Wangener Höhe Gartengebiete sollen sauberer werden

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Der BUND fordert Sammelstellen für Grüngut und Müll – unter anderem auf der Wangener Höhe und rund um den Württemberg.

Schon 2013 gab es auf der Wangener Höhe eine Müllentsorgungsaktion. Foto:  
Schon 2013 gab es auf der Wangener Höhe eine Müllentsorgungsaktion. Foto:  

Wangen - Für Gartenbesitzer geht nun bald die Arbeit wieder los. Schließlich wollen die meisten Hobbygärtner ihre Gärten aus dem Winterschlaf befreien und sie für den Frühling hübsch machen. Doch dafür müssen erst mal viele Pflanzen zurückgeschnitten werden – und das verursacht Müll. Doch weil es die früher in den Stuttgarter Gartengebieten üblichen Grünschnittsammelplätze nicht mehr gibt, werden Grüngutabfälle und Sperrmüll häufig einfach mitten im Landschaftsschutzgebiet abgeladen. Und das hat Konsequenzen für Mensch und Natur. Deshalb fordert der Kreisverband Stuttgart des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nun, dass die Stadt wieder entsprechende Sammelplätze einrichtet.

„Eine Vermüllung der Stuttgarter Gartengebiete beobachten wir besonders stark in den Neckarvororten, auf der Wangener Höhe und rund um den Württemberg“, sagt Wolf-Dietrich Paul, Vorstandsmitglied des BUND-Kreisverbandes Stuttgart. Wer sein Schnittgut nicht meilenweit zum Wertstoffhof karren könne oder wolle, müsse es anderswo entsorgen. Daher würden viele Gartenbesitzer ihr Grüngut und Astmaterial einfach auf verwilderten Grundstücken oder am Waldrand abladen. „Dort geht dann Platz für Blumenwiesen und damit Lebensraum für Insekten verloren“, erklärt Wolf-Dietrich Paul. Weil immer mehr Flächen zuwachsen würden, fänden Wildbienen und Schmetterlinge keine Nahrung mehr, so der Naturschutzexperte.

Viele Gartenbesitzer verbrennen ihr Grüngut

Noch schlimmer sei es, wenn die Hobbygärtner ihr meist feuchtes Grüngut unerlaubterweise verbrennen. „Das ist illegal und verschärft die CO2- und Feinstaubproblematik“, sagt Paul. So produziere ein größeres Gartenfeuer in sechs Stunden „genauso viel Ruß und Rauchpartikel wie 250 Busse während eines ganzen Tages“. Wenn dann auch noch ausgediente Gartenmöbel, behandelte Hölzer und anderer Sperrmüll verbrannt würden, entstehe zusätzlich ein giftiger Rauchcocktail. Denn nicht nur Pflanzenabfälle, sondern auch „tonnenweise Sperrmüll“ bleibt dem BUND zufolge in vielen Freizeitgärten liegen. Da der Feldschutz eingespart wurde, kontrolliere das niemand mehr, bedauert Wolf-Dietrich Paul.

Um dem Müllproblem zuleibe zu rücken, hat Wangens Bezirksvorsteherin Beate Dietrich bereits 2013 erfolgreich eine Sperrmüll-Entsorgungsaktion auf der Wangener Höhe organisiert – mit Unterstützung der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Damals halfen viele Wangener mit, das Landschaftsschutzgebiet von Müll zu befreien. Eine solche Aktion würde Beate Dietrich gerne noch mal durchführen. Dafür will sie, wie sie sagt, bei der AWS „gut Wetter machen“. Um aber nachhaltig dafür zu sorgen, dass die Wangener Höhe sauberer wird, sind nach den Worten von Beate Dietrich auch die Anlieger und die Stadt Stuttgart gefragt. „Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn man seinen Dreck einfach liegen lässt, aber man muss auch sehen, dass viele Gartenbesitzer zu Fuß auf die Wangener Höhe kommen oder gar kein geeignetes Fahrzeug haben, um ihren Müll abzutransportieren“, so die Bezirksvorsteherin. Deshalb müsse auch die Stadtverwaltung Stellung beziehen und entscheiden, „wie wichtig ihr der Erhalt des Landschaftsschutzgebietes ist“. Gerne sei sie auch bereit, mit dem BUND zusammen zu arbeiten.

Der BUND sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht

Auch die Naturschützer sehen die Stadtverwaltung in der Pflicht. Der Stuttgarter Kreisverband des BUND fordert, dass in den Gartengebieten dezentrale Sammelstellen eingerichtet und Schnittgut und Sperrmüll einmal pro Jahr abgeholt werden. Die dafür nötigen Mittel solle der Gemeinderat im nächsten Doppelhaushalt bereitstellen. „Das wäre ein Schritt in Richtung Klimaschutz und Feinstaubreduktion der hochbelasteten Stadt“, sagt Wolf-Dietrich Paul, „und gleichzeitig ein wichtiger Service für die Bürger.“

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