Müll Warum es auf Wertstoffhöfen oft zu Konflikten kommt

Von Florian Dürr 

Ein Mann aus Steinenbronn will Entrümpelungsmüll auf dem Wertstoffhof loswerden, das klappt allerdings nicht konfliktfrei. Das ist offenbar kein Einzelfall. Der Böblinger Landkreis-Sprecher erklärt mögliche Gründe dafür.

Auf den Wertstoffhöfen im Landkreis Böblingen kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Auf den Wertstoffhöfen im Landkreis Böblingen kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Waldenbuch/Steinenbronn - Eigentlich wollte ein Steinenbronner auf dem Wertstoffhof Waldenbuch-Steinenbronn nur seinen Sperrmüll aus einer Haushaltsauflösung entsorgen. Er informierte sich zuvor beim Landratsamt Böblingen, was er als Sperrmüll kostenfrei abgeben könne. Doch auf dem Wertstoffhof kam es dann zum Konflikt mit einem der Mitarbeiter – wie Roland Kißling von der Freien Wähler Vereinigung (FWV) in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete: „Der Wortlaut muss wohl gewesen sein: ‚Das ist mir egal. Ich berechne es, wie ich es will. Was das Landratsamt sagt, geht mich nichts an‘.“

Bitte nur einmal am Tag kommen

Benjamin Lutsch, Pressesprecher des Landratsamtes Böblingen, will den Vorfall intern besprechen: „Freundlichkeit und Kundenservice sind dem Abfallwirtschaftsbetrieb sehr wichtig.“ Was er dazu sagen kann: Besagter Steinenbronner sei wohl häufiger an einem Tag mit viel Sperrmüll auf den Wertstoffhof gekommen. „Wir sensibilisieren unser Personal dafür, dass nicht einer an einem Tag den ganzen Container voll macht“, erzählt Lutsch. Denn andere könnten dann nichts mehr abgeben. Besucher mit viel Sperrmüll sollten mehrmals an verschiedenen Tagen und unter der Woche vorbeikommen. Das gefalle aber nicht jedem. Konflikte seien da programmiert.

Kißling sieht darin ein für Steinenbronn typisches Phänomen, für Lutsch gibt es die Probleme indes im ganzen Landkreis: „Da sind die Wertstoffhöfe ein Spiegel der Gesellschaft.“ Manche Bürger würden schon gefrustet und mit wenig Zeit auf den Wertstoffhof kommen.

Ein Problem sei auch die Unterscheidung zwischen Sperr-und Renovierungsmüll. Denn Letzterer sei kostenpflichtig. „Das ist für das Personal nicht immer einfach und führt zu Meinungsverschiedenheiten“, so Lutsch. Ein herausgerissener Teppich mit Kleberesten würde auf eine Renovierung hinweisen.

Unter www.lrabb.de findet sich per Suchfunktion ein Abfall-ABC für den Landkreis Böblingen mit weiterführenden Infos.




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