Müllabfuhr Rems-Murr-Kreis Gelbe Tonnen bleiben ungeleert

Mancher Gelbe-Tonnen-Besitzer hat in den vergangenen Tagen lange auf die Müllabfuhr warten müssen. Foto: Gottfried Stoppel

An mehreren Stellen im Kreis gibt es Probleme mit der Abfuhr von Verpackungsmüll. Das beauftragte Unternehmen verspricht Abhilfe – doch das ist nicht das erste Mal.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Rems-Murr-Kreis - Das schmerzt die schwäbische Seele: Über mehrere Tage hinweg hat es an einigen Straßenrändern in Waiblingen ausgesehen wie bei den sprichwörtlichen „Hempels unter dem Sofa“. Die laut Abfuhrkalender termingemäß bereitgestellten gelben Tonnen blieben stehen wie festgeklebt, nebendran wuchs ein Müllsack nach dem anderen aus dem Boden. Auch an anderen Orten, etwa in Fellbach und Backnang, ist es dieser Tage zu Verzögerungen bei der Müllabfuhr gekommen.

 

Punktuell könne es vorkommen, dass Behälter bei einer Runde der Müllabfuhr mal stehen blieben, heißt es dazu auf Nachfrage von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises AWRM. Diese würden in der Regel aber meist noch am selben Tag nachgeleert.

Für Verpackungsmüll ist nicht der Kreis zuständig

Diese üblicherweise schnell beseitigten Einzelärgernisse beziehen sich allerdings wohl eher auf die Sammlungen, auf welche die Kreistochter einen direkten Einfluss hat – also die Rest-, Papier- und Biomüllabfuhr – und die in der Regel auch reibungslos funktionieren. Die Entsorgung der Verpackungsabfälle über die Gelbe Tonne hingegen fällt in die Regie des Dualen Systems. Und da scheint es nicht zum ersten Mal zu Problemen gekommen zu sein. Insbesondere Ortschaften, in denen das Entsorgungsunternehmen Remondis beauftragt ist, fallen auf.

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Das bestätigt auch die AWRM, der in Sachen Gelbe Tonne eine schlechte Rolle zufällt. Zwar kann man im Kreis bestimmen, in welchen Behältern und in welchem Turnus der Verpackungsmüll abgeholt wird, doch für die Bestellung der Entsorger ist die Firma Landbell aus Mainz zuständig. Weil das wiederum nur wenigen Bürgern bekannt sein dürfte, laufen indes fast alle Beschwerden eben nicht dort, sondern vor Ort bei der AWRM auf. Diese versichert zwar, alle Beschwerden unverzüglich sowohl an den Mainzer Auftraggeber als auch die ausführende Firma weiterzugeben, doch nicht immer zieht das offenkundig eine unverzügliche Reaktion nach sich.

Entsorger will die Abfuhrplanung „anpassen“

Remondis mit Stammsitz in Lünen in Nordrhein-Westfalen erläutert auf Nachfrage, dass es „grundsätzlich bei jeder Abholung beziehungsweise Leerung, alleine verkehrsbedingt, zu Verzögerungen kommen“ könne. Speziell ein Jahreswechsel, beziehungsweise generell Feiertagsverschiebungen könnten die turnusmäßige Abfuhr beeinträchtigen. Die Stadt Waiblingen und ihre Ortschaften würden mit mehreren Fahrzeugen in einem Zyklus über mehrere Abfuhrtage bedient, erläutert der „Dienstleister für Recycling, Service und Wasser“, der laut eigenen Angaben an rund 900 Standorten auf vier Kontinenten tätig ist. Je nach Mengenaufkommen könne es dabei in einzelnen Straßen zu Verschiebungen der Abfuhrtage kommen. Um eine Abhilfe für diese Bereiche zu schaffen, möchte man aber in Abstimmung mit dem Landkreis die künftige Abfuhrplanung anpassen.

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Die Verzögerungen in der vergangenen Woche hätten sich allerdings wegen eines sehr hohen Krankenstands, der auf Corona, aber auch auf in dieser Jahreszeit übliche Krankheitswellen zurückzuführen sei, ergeben. Der Rückstand werde aktuell durch Mehrarbeit und den Einsatz von zusätzlichen Fahrzeugen nachgeholt. Die Aufarbeitung laufe derzeit und werde in den kommenden Tagen abgeschlossen sein, verspricht man bei Remondis.

Gelbe Tonne nicht über Müllgebühr finanziert

Die AWRM bemüht sich derweil klarzustellen, dass die Abfuhr der Gelben Tonne nicht über die von den Bürgern vom Kreis erhobenen Müllgebühren finanziert werde, sondern über Lizenzentgelte, welche die Hersteller auf die in Umlauf gebrachten Verkaufsverpackungen bezahlten. Gleichwohl seien wiederholte Verzögerungen bei der Sammlung von Verpackungsabfällen auch aus Sicht der Kreistochter ein großes Ärgernis. Deshalb sei man mit Landbell in „intensiven Gesprächen, um die Dienstleistungsqualität zu verbessern“. Zudem nehme man die aktuelle Situation nunmehr zum Anlass, um mit dem Dualen System zu klären, inwieweit die AWRM wenigstens ihre eigenen Entsorgungsdienstleister beauftragen kann, wenn eine Nachleerung fällig ist.

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