Müllentsorgung in Stuttgart Bekommen die Bewohner der Innenstadt einen zentralen Wertstoffhof?

  Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Fünf Wertstoffhöfe gibt es in Stuttgart, doch für viele Menschen aus der Innenstadt liegen sie ungeschickt. Die Fraktion SPD/Volt fordert nun einen weiteren, zentralen Standort.

Redaktionsleiter: Uli Nagel (uli)

In den 1990er-Jahren, im Zuge der Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, begannen Städte und Kommunen die verstärkte Wertstofferfassung, und vor den Haustüren wurde es bunter. Auch in Stuttgart. Zur grauen (Restmüll) gesellte sich die grüne Tonne (Papier) und später dann noch der Gelbe Sack.

 

Für Altglas wurden verschiedenfarbige Container aufgestellt, und im Lauf der Zeit wurde die Biotonne (braun) zunächst auf freiwilliger Basis eingeführt. Später wurde daraus eine Pflichttonne. Parallel dazu etablierte auch die Landeshauptstadt so genannte Wertstoffhöfe im Stadtgebiet, um in die getrennte Sammlung von Müll zu intensivieren.

Stuttgart verfügt über fünf Wertstoffhöfe

Mittlerweile betreibt die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) fünf Wertstoffhöfe: in Hedelfingen, Münster, Plieningen, Weilimdorf und Vaihingen. Angesichts der großen Nachfrage in der Bevölkerung wurde auch hier das Angebot in den vergangenen Jahren stetig erweitert. So können seit 2021 auch Materialien wie Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden.

Das Angebot der Wertstoffhöfe wurde stetig ausgebaut. Foto: picture alliance/dpa

Doch bei einem Blick auf die Stuttgarter Stadtkarte wird schnell klar: Bis auf Münster und Vaihingen liegen die Wertstoffhöfe vor allem in Weilimdorf (Hemminger Straße beim Grünen Heiner) und Plieningen (In den Entenäckern beim Flughafen) an der Peripherie. Bewohner aus den Innenstadtbezirke müssen sehr weite Anfahrten in Kauf nehmen. Für Haushalte ohne Auto sind sie fast unerreichbar.

Die Fraktionsgemeinschaft von SPD und Volt plädiert deshalb für die Einrichtung eines weiteren Wertstoffhofs, der etwas näher zur Innenstadt liegt und besser zu erreichen ist. Ein geeigneter Standort könnte nach Ansicht der Antragsteller beispielsweise im Bereich des Westbahnhofs liegen.

Illegale Entsorgung eindämmen

„Wer es mit Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft ernst meint, muss Recycling im Alltag einfach machen. Ein zentraler Wertstoffhof würde die Wege deutlich verkürzen, mehr Menschen zur Abgabe motivieren, illegale Ablagerungen reduzieren und damit letztlich die Sauberkeit im Stadtgebiet verbessern“, erklärt Stadtrat Dejan Perc.

Vor dem Hintergrund der städtischen Klimaziele und einer konsequent nachhaltigen Kreislaufwirtschaft muss die Rückgabe von Wertstoffen deutlich niedrigschwelliger organisiert werden. Wertstoffhöfe, so die Antragsteller, sind ein zentraler Baustein für die getrennte Sammlung von Abfällen und damit für funktionierendes Recycling, Ressourcenschonung und wirksame CO₂-Reduktion.

Die Abfallwirtschaft Stuttgart soll jetzt zu diesem Vorschlag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik Stellung beziehen und zudem darüber berichten, wie sich die Mengen der abgegebenen Wertstoffe in Stuttgart in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ebenso soll dargestellt werden, welche alternativen und ergänzende Konzepte im Bereich Wertstoffentsorgung in Stuttgart ermöglicht werden könnten.

Altkleidercontainer ebenfalls ein Thema

In diesem Zusammenhang wollen SPD/Volt wissen, wie sich die aktuelle Situation bei der Altkleiderentsorgung entwickelt hat. Unter anderem will das Fraktionsbündnis wissen, wie viele Container in den vergangenen Jahren abgebaut beziehungsweise neu aufgestellt worden sind und welche Maßnahmen geplant sind, um überfüllte Container und daraus resultierende Probleme wie illegale Ablagerungen vermieden werden könnten.

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