Müllwagen-Prozess in Tübingen Gutachter bescheinigt Angeklagtem ordentliche Fahrweise

Der Gutachter sprach von „sehr gediegenem Fahrverhalten“. Foto: dpa
Der Gutachter sprach von „sehr gediegenem Fahrverhalten“. Foto: dpa

Nachdem der Fahrer des umgekippten Müllwagens wegen eines früheren Vorfalls unter Druck geraten war, entlastet ihn jetzt ein Gutachten. Der Angeklagte soll eine „ordentliche Fahrweise“ an den Tag gelegt haben.

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Tübingen - Im Prozess zum tragischen Müllwagen-Unfall in Nagold (Kreis Calw) mit fünf Toten hat ein Gutachter dem Angeklagten eine ordentliche Fahrweise bescheinigt. „Mann kann aus dem Fahrstil nicht ableiten, dass versucht wurde, Zeit zu sparen“, sagte der unfallanalytische Gutachter am Landgericht Tübingen. Er sprach von „sehr gediegenem Fahrverhalten“.

Der Müllwagenfahrer hat laut Rekonstruktion des Gutachters wohl vier Kilometer vor dem Unfall seinen Kollegen am Steuer abgelöst und beim anschließenden Fahren die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten. Mit Hilfe eines digitalen Kontrollgeräts aus dem Müllwagen und GPS-Daten konnte der Experte die Geschwindigkeiten des Fahrzeugs und die gefahrene Strecke rekonstruieren.

Keine Probleme mit den Bremsen festgestellt

Der 55-jährige Fahrer ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, weil er zu schnell auf eine Kreuzung gefahren sein soll, wobei sein Müllwagen umkippte und ein Auto mit fünf Menschen unter sich begrub. Alle Insassen starben.

Warum der Müllwagen außer Kontrolle geriet und mit 51 Stundenkilometern auf die Kreuzung schoss, wo er ein Auto mit fünf Insassen unter sich begrub, blieb weiter unklar. Der Fahrer hatte von Problemen mit den Bremsen gesprochen. Technische Defekte an den Bremsen hat der Gutachter aber nicht feststellen können.

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