Murkenbachhalle Böblingen saniert Neuer Boden, bessere Akustik, mehr Licht

Geschafft: Vertreter von Stadt, Sportverein und Schulen feiern die Wiedereröffnung der sanierten Murkenbachhalle. Foto: Stefanie Schlecht

Der Spielfeldbereich der Murkenbachhalle I in Böblingen erstrahlt in neuem Glanz. Insbesondere für die Handballer war die mehrmonatige Renovierung keine einfache Zeit.

Die Handballer sind erleichtert. Und hocherfreut. Fünfeinhalb Monate mussten sie ohne die Murkenbachhalle auskommen, ihre zentrale Trainings- und Spielstätte in Böblingen. „Das war keine einfache Zeit, wir mussten viel improvisieren“, sagt SVB-Abteilungsleiter Ralf Maurer, „aber es war klar, dass wir uns auf das Ergebnis freuen können.“

 

In der Tat – die Sanierung ist abgeschlossen und bringt deutliche Verbesserungen: Neuer Belag, Hallenbodenheizung, moderne Wandelemente, angenehmere Akustik, besseres Licht, digitale Anzeigentafel. „Ein starkes Zeichen für den Sport in unserer Stadt“, nannte es Oberbürgermeister Stefan Belz bei der Wiedereröffnungsfeier am Mittwoch. Rund 2,5 Millionen Euro hat die Renovierung gekostet.

Auf dem neuen Boden lässt es sich hervorragend spielen. Foto: Stefanie Schlecht

Training seit 1. Dezember wieder möglich

Immerhin bekamen die Sportler in der Überbrückungszeit Unterstützung aus der Nachbarstadt. Bereits seit vielen Jahren machen die Handballer der SV Böblingen und des VfL Sindelfingen gemeinsame Sache. Die Handballspielgemeinschaft (HSG) gilt in der Jugend wie bei den Erwachsenen als Erfolgsmodell – Lasten, Rechte und Pflichten sind gleichmäßig verteilt. So auch bei den Spielstätten: Böblinger Murkenbachhalle und Sindelfinger Sommerhofenhalle werden in der Regel abwechselnd genutzt. Im vergangenen halben Jahr fanden die meisten Partien und Trainings notgedrungen eben nur in Sindelfingen statt, so weit dort Kapazitäten vorhanden waren. „Wir sind mit der Jugend aber auch in der kleineren Murkenbachhalle II und in der Sporthalle Diezenhalde untergekommen“, berichtet Inge Heinkele, die als Technische Leiterin der HSG die Sanierung intensiv begleitet hat, „jetzt sind wir auf alle Fälle froh, dass es rum ist.“ Seit 1. Dezember können die Teams die renovierte Murkenbachhalle wieder für das Training nutzen. „Die Rückmeldungen sind sehr positiv“, sagt Heinkele.

„Schwierige Monate ohne Halle vorbei“: Ralf Maurer und Inge Heinkele von der HSG Böblingen/Sindelfingen Foto: Stefanie Schlecht

Mit rund 1200 Quadratmetern Fläche zählt die Murkenbachhalle I zu den großen Sporthallen in Böblingen. 1971 wurde sie erbaut und über die Jahre an einigen Stellen immer mal ausgebessert. 2013 erneuerte die Stadt die sanitären Anlagen. Nun brauchte es insbesondere einen neuen Boden, denn der alte hatte Risse und Flecken.

Nun wird auf einem flächenelastischen Boden gesportelt

Mit der umfassenden Sanierung begannen die Arbeiter in den Pfingstferien, sie trugen die Grundfläche bis auf das Fundament ab. Jetzt befindet sich im Untergrund eine Heizung, zudem wird auf einem flächenelastischen Boden gesportelt. Die 35 Lichtkuppeln sind ausgetauscht, die Trennwände erneuert, eine digitale Anzeige an die Wand geschraubt. Zudem hat die Murkenbachhalle jetzt eine neue Akustik, denn der untere Bereich der Wände ist neuerdings mit Holz, der obere mit dunklen Kunststoffplatten verkleidet. Das sieht ansprechend aus und dient dem Schallschutz.

Was alles auch den Volleyballern und dem SVB-Kindersport zugute kommt, die Handballer sind jedoch neben dem Schulsport die intensivsten Nutzer. „Sehr positiv war, dass wir von Beginn an in die Planungen einbezogen wurden“, lobt HSG-Vorstand Ralf Maurer. Neben den technischen Verbesserungen freut die Ballsportler, dass Siebenmeter- und Anstoßkreis farblich abgehoben sind – wie es sich für ein modernes Spielfeld gehört.

An diesem Samstag wird die HSG Böblingen/Sindelfingen die Murkenbachhalle I endlich wieder für einen großen Spieltag nutzen. Am Vormittag beginnt die Jugend, es folgen mehrere Erwachsenenteams, bis schließlich die beiden Ersten Mannschaften antreten: In der Oberliga empfangen die HSG-Frauen um 17.30 Uhr den TV Gerhausen, ab 19.30 Uhr treten dann die HSG-Männer in der Verbandsliga gegen die TSF Ditzingen an.

Klebriges Harz bleibt ein leidiges Dauerthema

Ein Dauerthema bleibt: das Harz. Die Handballer kommen ohne die klebrige Paste nicht aus, wodurch sich der Ball besser greifen lässt. Den Hausmeistern und Stadtverantwortlichen treibt das Harz jedoch allerorten die Sorgenfalten auf die Stirn, weil es dunklen und klebrigen Dreck am Boden, an Geräten und in Umkleideräumen produziert.

„Uns ist das Thema natürlich bewusst, und wir gehen so verantwortungsvoll wie möglich damit um“, betont Ralf Maurer. In der Jugend werde weniger bis kein Harz benutzt, man engagiere sich beim Putzen, zudem seien die modernen Harze leichter zu entfernen. Von Seiten der Stadt fährt täglich eine Reinigungsmaschine durch die Halle. Auf dass der neue Boden möglichst lange noch so neu aussieht.

Fußball-Historie

Prominenz
Die Murkenbachhalle in Böblingen war nicht nur als Spielort der Handballer bekannt, einst fanden hier auch die Fußball-Stadtmeisterschaften statt, in den 1980er- und 1990er Jahren ein äußerst populäres Hobbyturnier. Gelegentlich nahm Fußballprominenz teil, zum Beispiel die ehemaligen Nationalspieler Gerd Müller und Jürgen Klinsmann.

Hallenturnier Lange Zeit war auch das Fußballturnier der SV Böblingen um den Jahreswechsel eine beliebte Adresse. Doch 2018 war nach 45 Jahren Schluss. Für das Turnier in der Murkenbachhalle hatten sich zuletzt immer weniger Mannschaften angemeldet – unter anderem wegen des Termins vor und nach Silvester. Schließlich lohnte sich die Organisation nicht mehr.

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