Museum in Hohenheim Merkels Handy und der Goldene Pflug

Das gut Stück Foto: Deutsches Landwirtschaftsmuseum
Das gut Stück Foto: Deutsches Landwirtschaftsmuseum

Der Goldene Pflug gehört zu den 100 symbolträchtigsten Objekte deutscher Geschichte. So jedenfalls die Einschätzung des Historikers Hermann Schäfer. Der Pflug steht in Hohenheim und hat es in ein Buch geschafft.

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Hohenheim - Im Deutschen Landwirtschaftsmuseum der Universität Hohenheim ist eines der 100 symbolträchtigsten Objekte deutscher Geschichte ausgestellt. Zumindest nach der Einschätzung des Historikers Hermann Schäfer steht der Goldene Pflug für landwirtschaftliche Innovation – und damit für ein wichtiges Kapitel deutscher Vergangenheit. Nachzulesen ist das in Schäfers Buch „Deutschlands Geschichte in 100 Objekten“.

Wie die Universität Hohenheim mitteilt, wird in Schäfers Buch der Goldene Pflug der Landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, aus der die Uni Hohenheim hervorging, in einer Reihe mit beispielsweise dem VW-Käfer, dem Care-Paket, der Antibabypille und dem von US-Geheimdiensten abgehörten Handy Angela Merkels genannt. Schäfer hat den Goldenen Pflug gewählt, weil er aus seiner Sicht für die Agrarrevolution stehe, ohne die es die industrielle Revolution nicht gegeben hätte.

An dem Pflug, den die Ackergeräthe-Fabrik Hohenheim im 19. Jahrhundert entwickelte, ist nach Angaben des Leiters des Deutschen Landwirtschaftsmuseums „jede Wölbung durchdacht“. In Hohenheim wurden im 19. Jahrhundert auch Modelle des Geräts hergestellt, anhand derer Handwerker den Pflug nachbauen konnten. „Jede Scholle, die die Pflugschar aufriss, wurde im Winkel von 135 Grad gewendet und so perfekt abgelegt, dass sie das Unkraut an ihrer Oberfläche unter sich begräbt“, sagt Weisser. Der Name Goldener Pflug geht, wie Weisser erklärt, auf das Jahr 1841 zurück: Beim Regierungsjubiläum von König Wilhelm I. war der mit Goldfarbe lackierte Pflug Teil des Festzugs. Heute ist er im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Hohenheim zu sehen.

„Deutsche Geschichte in 100 Objekten“ von Hermann Schäfer ist im Piper Verlag erschienen. Es umfasst 656 Seiten und kostet 38 Euro. ISBN: 978-3-492-05702-8.




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