Musical Ein junger Tarzan übt sich in Flugrollen

Kräftigen und dehnen: vor der Vorstellung absolviert Thomas Hirschfeld, der künstlerische Leiter, zusammen mit Fabio ein Aufwärmprogramm. Foto: Sabine Schwieder
Kräftigen und dehnen: vor der Vorstellung absolviert Thomas Hirschfeld, der künstlerische Leiter, zusammen mit Fabio ein Aufwärmprogramm. Foto: Sabine Schwieder

Der 13-jährige Fabio Perol ist einer der jüngsten Darsteller im Musical des Apollo-Theaters in Möhringen. Eigentlich singt der Waldorfschüler von der Michael-Bauer-Schule in Vaihingen die Altstimme in einem Knabenchor.

Filder-Zeitung: Sabine Schwieder (ssc)
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Möhringen - Von den Lautsprechern kommt leise Musik. „Hallo, Fabio“, rufen die Darsteller und Mitarbeiter des Stage Apollo-Theaters freundlich. Vom älteren und erfahreneren Bühnenpartner gibt es zur Begrüßung ein Küsschen rechts und links auf die Wange, man berührt sich leicht mit der Faust. Eine Atmosphäre, die geeignet ist, das Lampenfieber zu minimieren. Doch auch nach zahlreichen Aufführungen geht es nicht ohne Aufregung für den 13-jährigen Fabio Perol aus Kaltental ab. Er ist einer der Jugendlichen, die beim Musical „Tarzan“ des Stage Apollo Theaters an der Plieninger Straße den jungen Tarzan geben. Nach einem spannenden Casting und einer sechsmonatigen Ausbildung durfte er am 2. Mai 2014 zum ersten Mal auf der Bühne dabei sein.

„Ich wusste am Anfang noch nicht einmal, was ein Musical ist“, erinnert sich Fabio. Eigentlich singt der Waldorfschüler von der Michael-Bauer-Schule in Vaihingen nämlich die Altstimme in einem Knabenchor. Im renommierten collegium iuvenum Stuttgart geht es allerdings um ganz andere Musik, um Bach oder Haydn. Zudem beschäftigt sich Fabio im Klavier- und Cello-Unterricht mit klassischer Musik.

Mit Selbstvertrauen ins Casting

Über seine Klavierlehrerin erfuhr er, dass das Apollo-Theater junge Darsteller suchte, und so bewarb er sich für das Casting im Oktober 2013. Er musste Text und Melodie des Lieds „Warum wieso?“ lernen und sollte vor einer Jury auch gleich etwas schauspielerisches Talent zeigen. Zwar kannte er den Disney-Film nicht, der dem Musical mit der Musik von Phil Collins zugrunde liegt, und er hatte von dessen Band namens Genesis noch nie zuvor gehört, doch ins Casting ging er mit einem gehörigen Selbstvertrauen: „Mit meiner Chorerfahrung war ich einer der wenigen Bewerber, die die Töne richtig getroffen haben.“

Mit ihm zusammen kamen mehrere Jungen in die engere Auswahl. „Wir brauchen ja mindestens 12 kleine Tarzans“, erläutert die Pressesprecherin Sarah Konzept: Im Jahr dürfen die Jungen nicht mehr als 30 Auftritte absolvieren, wozu auch die Bühnenproben gezählt werden. Doch nicht jeder, der das sechs- bis achtmonatige Trainingsprogramm absolviert hat, schafft es auch auf die Bühne. Fabio selbst brillierte im Singen, doch die für die Rolle des Tarzans nötige Akrobatik musste er sich erst antrainieren.

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