Musical in Stuttgart Blick hinter die Kulissen bei „Tanz der Vampire“

Wer ist die schönste Vampirin im ganzen Land? Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Beim Tag der offenen Tür im Stage Palladium Theater im SI-Centrum in Stuttgart-Möhringen sind kleine und große Vampirfans auf ihre Kosten gekommen – und vor allem hinter die Kulissen des Unterhaltungsbetriebs.

Wenn die Vampire zum Tanz bitten, dann schmeißen sich auch die Besucher in Schale und greifen ordentlich in den Theaterschminkkasten, um sich in furchteinflößende Blutsauger zu verwandeln. Das zeigt der Tag der offenen Tür des Musicals „Tanz der Vampire“ am Donnerstag im Stage Palladium Theater in Möhringen. „Wir haben erst unsere Gesichter weiß angemalt, dann mit Rot Blut auf das Kinn gemalt und mit Schwarz noch etwas Akzente gesetzt, also konturiert, um gruseliger auszusehen“, berichten die Freundinnen Melissa und Toni. Lang gedauert habe das nicht. „Geschätzt wohl rund 30 Minuten, aber es macht ja auch Spaß sich zu verkleiden und zum Vampir zu werden“, sagen die beiden.

 

Spitze Zähne und Spinnweben im Haar

Mit ihrer Verkleidung sind Melissa und Toni am Donnerstag nicht die einzigen, die sich mittels Schminke und Theaterblut in Untote verwandelt haben. Da gibt es Kinder mit langen schwarzen Umhängen und Spinnweben im Haar, Männer mit spitzen Zähnen, rotem Frack und funkelnden Augen und Frauen mit toupierten Haaren und wallenden Roben. Sie alle sind gekommen, um dem bunten Treiben am Tag der offenen Tür des Musicals „Tanz der Vampire“ beizuwohnen und die zahlreichen Programmpunkte mitzumachen.

So unterschiedlich die Verkleidungen im Detail sind – so eint die Anwesenden doch eines: die Leidenschaft für das Musical „Tanz der Vampire“. Kaum einer der Anwesenden hat das Stück noch nicht oder nur einmal erlebt. „Ich habe das Stück schon viermal gesehen“, berichtet eine Mutter aus der Nähe von Offenburg. Sie ist mit den Töchtern und der Nichte gekommen. Und auch sie haben sich mit sichtlich viel Mühe, Make-up und Kostümen in vier Vampirdamen verwandelt. Ihre Begeisterung für das Stück habe viele Gründe: „Mich begeistern am Stück viele Sachen. Die Musik reißt einen einfach jedes Mal mit. Man kann beim großen Finale einfach nicht sitzen bleiben“, berichtet die Mutter. Und auch ihre beiden Töchter sind im Vampirfieber: „Das Stück ist einfach richtig lebendig“, so die beiden.

Was nötig ist, um ein Stück auf die Bühne zu bringen

Aber auch die Vielfalt im Stück mache es so einzigartig. So beschreiben es zumindest die Freundinnen Marie, Talisa und Michaela, die aus der Nähe von Ludwigsburg und Karlsruhe angereist sind. „Die Mischung macht das Musical so besonders. Man lacht viel. Und mal ist es hochemotional und dann kommt wieder Partystimmung auf“, analysiert das Trio. Den etwas weiteren Weg haben sie an diesem Tag gerne in Kauf genommen – schließlich seien sie „große Fans“, wie sie sagen. „Ich habe die Musik geschenkt bekommen, da war ich 16 und wollte immer mal her“, berichtet Talisa, die heute 32 ist, von ihrem Erstkontakt mit dem Stück aus der Feder von Jim Steinman und Michael Kunze, das auf dem gleichnamigen Film von Roman Polański basiert.

Am Donnerstag freuen sich die Freundinnen besonders auf den Blick hinter die Kulissen: „Zu sehen, was alles nötig ist, um ein Stück auf die Bühne zu bringen, und wie das alles realisiert wird, das finden wir spannend.“ Aber natürlich haben sie auch Karten für die kurzen Musical-Shows gekauft, bei denen die Szene „Tanzsaal“ gespielt wird. Je nach Uhrzeit treten hierfür verschiedene Darsteller auf. „Dann kann man die endlich mal richtig gut vergleichen“, so die Freundinnen schmunzelnd.

Die Vampirhände macht sich der Musicalstar selbst

Aber auch die anderen Programmpunkte kommen bei den Besuchern gut an. Den Anfang macht ein Q&A, also eine Frage-Antwort-Runde, auf der Außenbühne mit dem „Stuttgarter Urvampir“, wie ihn der Moderator nennt: Kevin Tarte. Der Musicaldarsteller gibt im Stück den Grafen Krolock. So düster wie im Stück ist Tarte im wahren Leben aber nicht. Mit viel Humor beantwortet er die Fragen, scherzt mit dem Publikum und berichtet Details aus seinem Leben hinter der Bühne. So erzählt er beispielsweise, dass er mit den Vampirhänden kaum die Vampirzähne rausnehmen könne. „Und die Vampirhände mache ich mir selbst“, verrät er weiter. Insgesamt brauche er rund eine Stunde, um sich in den Vampir zu verwandeln, der im Stück die schöne Sarah beim großen Finale in einen Vampir verwandeln will.

Während Tarte draußen mit den Fans lacht und Fragen beantwortet, kommen auch im Inneren des Theaters die Besucher auf ihre Kosten. Im Dormero-Saal stehen einige Darsteller für Autogramme und gemeinsame Fotos bereit. Und an einer anderen Station helfen die Theatermitarbeiter den Anwesenden dabei, sich in waschechte Vampire zu verwandeln. Damit lässt sich der Tag der offenen Tür des beliebten Musicals, das hier einst Deutschlandpremiere feierte, stilecht als Untoter genießen.

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