Im Apollo-Theater werden Ohrwürmer von Abba und Udo Jürgens zur großen Party – und zur Hommage an den Erfinder des Formats, Michael Schüller, der bei einem Unfall gestorben ist.
Hits kommen und gehen – die Songs von Abba und Udo Jürgens indes sind für die Ewigkeit bestimmt. Im Stuttgarter Apollo-Theater wird Ausnahmemusik, die bis zu 50 Jahre alt ist, zu einer großen Party. Bei „2 Legenden 1 Konzert – A Tribute to Abba & Udo Jürgens“ verwandeln Musicalstars das Haus in eine brodelnde Tanzarena. Die meiste Zeit hält es die 1800 Besucherinnen und Besucher – ausverkauft! – nicht auf den Sitzen. Beim Festival der Ohrwürmer stehen, klatschen, singen und tanzen sie.
Echte Stimmen entfachen Live-Energie im Apollo-Theater
Während in London bei „Abba Voyage“ digitale Avatare die Zeit anhalten, setzen in Stuttgart echte Stimmen auf unmittelbare Energie. Die Musicalstars Martina Lechner, Roberta Valentini und Karim Khawatmi werden von der herausragenden und sich selbst übertrumpfenden Band Musicalpeople getragen – und schicken das Publikum auf turbulente Reise in die 70er- und 80er-Jahre. Kraftvoll, mitreißend, mit ansteckender Lust am Live-Moment.
Die erste Hälfte dieses musikalisch fetzenden Fitnessprogramms gehört den Klassikern von Udo Jürgens. Viele im Saal sind mit diesen Liedern groß geworden. Textsicher stimmen sie bei „Aber bitte mit Sahne“, „Griechischer Wein“ oder „Ich war noch niemals in New York“ ein. Wenn später „Dancing Queen“, „SOS“ oder „Waterloo“ folgen, wird endgültig klar: Diese Musik kennt keine Generationengrenzen – und die Musik macht Mut, stets optimistisch nach vorne zu blicken. „Immer wieder geht die Sonne aus“, wird gesungen und Abschiednehmen als Chance gesehen: „Heute beginnt der Rest deines Lebens.“
Michael Schüllers Idee: Abba und Udo Jürgens vereint
Die Idee zu diesem Doppel-Abend hatte der bei einem Motorradunfall ums Leben gekommene Michael Schüller. Der Musiker, der vor über 30 Jahren beim ersten Stuttgarter Musical „Miss Saigon“ am Schlagzeug saß, gründete die Agentur Musicalpeople. „Abba und Udo Jürgens passen nicht zusammen“, hörte er damals und widersprach: Beide Musikstile stünden für gute Laune, beide rissen die Menschen mit. Er sollte recht behalten.
Schüllers Tod auf dem Motorrad im vergangenen Herbst hat die Musicalszene geschockt. An diesem Abend wird der „Micha“ emotional geehrt. Auf der LED-Wand erscheint der Satz: „Deine Spuren bleiben.“ Seine Partnerin Karin und deren Sohn Cosmin führen die Agentur in seinem Sinne weiter. Die Musicalpeople seien wie eine Familie, sagt Karin, „sie hat uns aufgefangen“. Die Show hat sich weiterentwickelt: neue Lichttechnik, große LED-Wand, ein Sound, der immer noch kraftvoller wird.
Schüllers Dramaturgie: Von Ohrwürmern bis zu Balladen
Aus der Fülle der Greatest Hits hat Schüller einst eine kluge Dramaturgie konzipiert – schnelle Ohrwürmer zum Mittanzen, Balladen zum Träumen. Der Abend spannt den Bogen vom Auftaktsong „Aber bitte mit Sahne“ bis zu „Thank You for the Music“ als dritte Zugabe. Dazwischen betritt man das „ehrenwerte Haus“, trinkt „Griechischen Wein“, erlebt sein „Waterloo“ – und singt stets lauthals mit.
Für Karim Khawatmi ist der Abend auch persönlich aufgeladen. Bei den Proben zu „Ich war noch niemals in New York“ lernte er 2010 in Stuttgart nicht nur seine heutige Ehefrau kennen, sondern auch Udo Jürgens. „Ich habe mir fast in die Hosen gemacht, als er vor der Probebühne stand“, erinnert er sich. Später fotografierte Khawatmi auf Wunsch des 2014 verstorbenen Entertainers dessen letztes Album.
Musicalpeople und Stage Entertainment füllen Theater bis zum Rand
Veranstaltet wird die Tribute-Show von Musicalpeople mit der Stage Entertainment. Auch in Hamburg füllt das Format das Musicaltheater bis zum Rand – ein Signal, das man aufmerksam registriert. Gut möglich also, dass eines Tages auch die Original-Musicals rund um die Hits nach Stuttgart zurückkehren.
An diesem Abend zählt die unmittelbare Wirkung: Diese überschäumende, ansteckende Fröhlichkeit ist weit mehr als Nostalgie – sie ist ein Lebensgefühl. Und sie tut, gerade in harten Zeiten, verdammt gut.
„Queens on Stage“: Neues Konzertformat angekündigt
Stillstand ist bei Musicalpeople keine Option. Am 8. Juni feiert das neue Konzertformat „Queens on Stage“ Premiere im Apollo-Theater. Mit Willemijn Verkaik, Aisata Blackman und Marle Martens stehen drei der bekanntesten Killer Queens aus „We Will Rock You“ mit der musicalpeople-Band auf der Bühne – drei starke Stimmen, ein neues Live-Erlebnis.