Musical Premiere in Stuttgart „We Will Rock You“ Musical: Warum Regisseur Ben Elton die Neuauflage plant

Am 17. Oktober findet die Premiere von der Neuauflage von „We will Rock You“ in Stuttgart statt. Foto: Frederik Herrmann

Nach 25 Jahren kehrt das Erfolgsmusical „We Will Rock You“ zurück. Regisseur Ben Elton erklärt bei den Proben in Stuttgart, warum eine Neuauflage nötig ist.

Volontäre: Frederik Herrmann (hef)

Vierzehn Musicaldarstellerinnen und -darsteller der „We Will Rock You“-Produktion stehen sich gegenüber. Ein Pianist schlägt die ersten Töne an, und die Gruppe beginnt zu tanzen und zu singen. Gemeinsam performen sie den Queen-Hit „Radio Ga Ga“. Mit erhobenen Armen singen sie: „Internet ga ga, cyberspace is real, all we hear is radio ga ga, video goo goo, internet ka ka.“

 

Text und Bewegungen sitzen perfekt. Doch bis zur Premiere am 17. Oktober in Stuttgart liegt noch viel Arbeit vor der Gruppe.

We Will Rock You“ Musical-Premiere in Stuttgart: Neuauflage startet am 17. Oktober

„Acht Stunden am Tag, sechs Tage die Woche sind wir am Proben“, erzählt Kasper Nilsson, der die Rolle des Galileo übernimmt und zuvor als Tarzan in „Disneys Tarzan – Das Musical“ zu sehen war. „Es ist hart, wir müssen viel lernen, aber wir kommen gut voran.“ Bald wechseln die Darstellerinnen und Darsteller von den Proberäumen auf die große Bühne. Dort müssen nicht nur die Choreografien sitzen, auch die Technik wird eingebunden. „Alle Puzzlestücke werden dann zusammengeführt. Wir müssen genau wissen, wo wir stehen und wohin wir gehen“, erklärt Nilsson.

Das Musical spielt in einer fiktiven Welt. Dort gibt es keine Individualität – alle sehen gleich aus, denken und tun das Gleiche. In dieser Welt gibt es auch keine Rockmusik. Die einzige Musik wird von Computern erzeugt und von einer übermächtigen Konzernorganisation kontrolliert. Eine Gruppe Rebellen, die Bohemians, kämpft jedoch darum, dass die Vielfalt der Musik und Mode zurückkommt.

Isabel Waltsgott und Kasper Nilsson proben eine Szene aus der Neuauflage des Musicals „We Will Rock You“. Foto: Frederik Herrmann

Im Zentrum stehen der junge Außenseiter Galileo und die rebellische Scaramouche (gespielt von Isabel Waltsgott). Gemeinsam wollen sie den Geist des Rock ’n’ Roll wiederbeleben und die tyrannische Herrscherin Killer Queen (gespielt von Aisata Blackman) stürzen.

Ben Elton modernisiert das Musical „We Will Rock You“ für die Neuauflage in Stuttgart

Das Jukebox-Musical „We Will Rock You“ feierte bereits vor 25 Jahren in London Premiere. Nun bringt Ben Elton eine Neuauflage nach Stuttgart. „Das Stück spielte ursprünglich in einer Zukunft, in der nur noch computergenerierte Musik existiert. Heute scheint diese Zukunft bereits Gegenwart zu sein – deshalb mussten wir unsere Science-Fiction aktualisieren“, sagt der britische Autor.

Neben neuen Witzen wurden auch die Tanzchoreografien überarbeitet. Die zentrale Botschaft bleibt jedoch gleich: Musik verbindet Menschen – besonders Live-Musik. „Es ist doch viel schöner, gemeinsam zu singen und zu tanzen, als Musik alleine zu hören“, betont Elton.

Das Musical zelebriert Live-Musik, so wie es die legendäre Rockband Queen tat. Die Band um Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und Mike Grose gehört zu den erfolgreichsten Rockgruppen der Musikgeschichte.

Frontmann Freddie Mercury verstarb am 24. November 1991 an den Folgen einer AIDS-bedingten Lungenentzündung. Später wandten sich Brian May und Roger Taylor an Ben Elton – sie wollten eine Comedy-Show rund um ihre größten Hits entwickeln. Daraus entstand das Musical, das in enger Zusammenarbeit mit den beiden Musikern entstand. „Brian und Roger sind wie Brüder für mich geworden“, sagt Elton.

Ben Elton bei den Proben zu „We Will Rock You“ in Stuttgart Foto: Frederik Herrmann

„Radio Ga Ga“, „Another One Bites the Dust“ und „We Will Rock You“ – Musicalstars bringen Queens größte Hits auf die Bühne

Über die aktuellen Proben zeigt sich Elton begeistert. Besonders eine Szene, in der Galileo und Scaramouche streiten und dabei den Song „Hammer to Fall“ performen, beeindruckt den Regisseur. „Der Song war ursprünglich nicht als Duett gedacht – aber ihr zaubert daraus eine lebendige Story“, lobt Elton.

Am Ende der Szene verpasst Scaramouche einen verbalen Seitenhieb gegen Galileo. Doch keine Sorge: Im Stück finden die beiden wieder zueinander, bevor alles in einem großen Happy End gipfelt, verspricht Elton.

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