Musik aus Stuttgart-Sillenbuch Koketterie gehört zu den „Damenbesuch“-Auftritten dazu

Von Caroline Holowiecki 

Das Trio aus Irina Radauer, Ines Amanovic und Weiran Guo tritt mit goldenen Schlagern der 20er und 30er auf. In der Regel singen und kokettieren die Drei – die zum Teil aus Stuttgart-Sillenbuch kommen – bei privaten Feiern oder Firmenjubiläen.

Da haben sich Drei gefunden: Weiran Guo, Ines Amanovic und Irina Radauer (von links). Foto: Marco Eckert
Da haben sich Drei gefunden: Weiran Guo, Ines Amanovic und Irina Radauer (von links). Foto: Marco Eckert

Sillenbuch - Perlen, Diamanten, Samt und Federboas – wenn das mal kein „Damenbesuch“ ist. Unter diesem Namen treten Irina Radauer (40), Ines Amanovic (40) und Weiran Guo (37) auf. Ihr Stil: die goldenen Schlager der 20er und 30er, Marlene Dietrich oder Zarah Leander. „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Bel Ami“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

Irina Radauer aus Sillenbuch und Ines Amanovic aus Denkendorf singen. Die Freundinnen musizieren schon seit Jahrzehnten miteinander. Bereits im Schulchor des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Nellingen haben sie Duette aus Musicals oder Operetten zusammen gesungen, und sie haben nach dem Abitur getrennt von einander ihre Gesangskünste vertieft: die eine im Lehramtsstudium, die andere im privaten Unterricht.

Bei ihrer Examensfeier trat Irina Radauer, die heute als Lehrerin an der Grundschule Riedenberg tätig ist, mit Songs à la „Was macht der Maier am Himalaya“ auf. Eigentlich war das als Gag gedacht. „Die Leute sind ausgeflippt, und ich dachte: Da muss man was draus machen“, erinnert sich Irina Radauer.

Die Schulfreundinnen haben etwas draus gemacht

Etwas draus gemacht, hat sie mit ihrer Schulfreundin, anfangs unter dem Namen „Las Lolitas“. Ein Name, an dem die Frauen allerdings nicht lange Freude hatten. „Wenn man das googelt, kommt man auf zweifelhafte Seiten“, sagt Ines Amanovic, und das Trio bricht in Lachen aus. Mit „Damenbesuch“ fühlen die Musikerinnen sich heute wohler. Der Name klinge seriöser, reifer und passe perfekt. „Wir kommen ja auch zu Besuch“, sagt Irina Radauer über die Engagements. Vorwiegend tritt das Ensemble bei privaten Feiern und Firmenevents auf, gibt aber auch eigene Konzerte.

Die Chinesin Weiran Guo stieß erst etwas später dazu – dafür aber mit einem Paukenschlag. „Unsere frühere Pianistin hat uns 2003 drei Tage vor einem Konzert verlassen. Über bekannte Musiker haben wir Weiran kennengelernt. Und es hat geklappt. Wir haben nur einmal geprobt, und sie hat alles vom Blatt gespielt. Das war der Hammer“, erzählt Ines Amanovic. „Wir haben sie sofort behalten“, sagt sie und lacht.

Nach der Babypause wieder Gas geben

Seit 17 Jahren lebt die Asiatin jetzt in Stuttgart, „ihrer zweiten Heimat“, wie sie schwärmt. Seinerzeit kam sie als Studentin aus der Fünf-Millionen-Stadt Shenyang an die Musikhochschule in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Heute lebt sie mit dem Ehemann und den beiden Kindern in Feuerbach und arbeitet als Klavierlehrerin und Profimusikerin.

Nach ruhigeren Babypause-Jahren wollen sich die drei Frauen wieder intensiver ihrem „Damenbesuch“ widmen. Ab sofort wird wieder geprobt, außerdem sollen neue Stücke das ohnehin schon umfangreiche Repertoire erweitern. Die Musik komme bei allen Altersklassen gut an, nicht nur bei reiferen Zuhörern, die die Lieder noch aus ihrer Jugend kennen. „Die Texte haben viel Witz und Charme, man kann die Leute unterhalten, man kann kokettieren“, erklärt Ines Amanovic. Auch die Moderationen geben den Frauen viel Raum, mit dem Publikum zu spielen – mal in der Rolle der Diven, mal in der Rolle der Tratschweiber. Typischer Damenbesuch halt.

 

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