Musiker SpellfireJaMaL aus Stuttgart Rapper widmet The Länd einen Song

Als Musiker  nennt sich Jean-Marc Lorber   SpellfireJaMaL. Foto: Lorber
Als Musiker nennt sich Jean-Marc Lorber SpellfireJaMaL. Foto: Lorber

Ist mit der neuen Werbekampagne des Landes das Ende des Schwobaländles gekommen? Ein Rapper aus Untertürkheim sieht die Sache etwas anders – und hat einen Song für The Länd geschrieben.

Lokales: Tom Hörner (hör)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Hört man die Stimme, auf gut Schwäbisch würde man sagen: „Kerle, Du ghörsch ens Bett.“ Für Nichtschwaben: „Junger Mann, etwas Bettruhe würde Ihnen guttun.“ Aber das heisere Organ hat was. „Gute Stimme“, schreibt einer auf Facebook. „Versuch es jetzt mal mit Songs von Tom Waits. Oder Joe Cocker. Oder Louis Armstrong.“ Doch SpellfireJaMaL, wie der Mann sich als Musiker nennt, bleibt erst mal bei seinen eigenen Kompositionen.

„Bei den ganzen Plakaten musste ich was machen“

SpellfireJaMaL, 42, der im normalen Leben Jean-Marc Lorber heißt und sich als Sprachkünstler Jean-Tea Laurel nennt, macht das, was Musiker für gewöhnlich tun: Er schreibt Songs über Dinge, die ihn bewegen, etwa die neue Werbekampagne des Landes Baden-Württemberg. „Die Idee kam spontan. Bei den ganzen Plakaten in der Stadt musste ich einfach was machen.“

Eine plumpe PR-Hymne ist das nicht

Eins ist sicher: Eine plumpe PR-Hymne ist das nicht, was der Musiker aus Untertürkheim am vergangenen Wochenende auf seinem Wohnzimmersofa eingespielt hat. SpellfireJaMaL weiß selbst noch nicht so recht, was er von The Länd halten soll. Eben das bringt der Rapper in dem Song zum Ausdruck, der vorerst nur auf seinen sozialen Kanälen läuft.

„Baby, The Länd, I don’t understand“

Das hört sich dann so an: „Im ersten Moment habe ich gedacht, Baby, The Länd, I don’t understand.“ Die Stimme erkältungsbedingt belegt, der Rhythmus entspannt. Klingt anders als so mancher Aufschrei von Kritikern der Kampagne, die bereits den Untergang des Schwabenländles beschwören. Man könnte sagen, der Rapper ist das Thema ergebnisoffen angegangen. „Ich bin selbst darauf gespannt, wie die Kampagne ankommt. Und was mit dem Song passiert.“

Spricht offen über das Tourettesyndrom

Jean-Marc Lorber ist kein Unbekannter in der Stadt. Nicht nur als Musiker hat er sich einen Namen gemacht, sondern auch als jemand, der am Tourettesyndrom leidet und über seine Krankheit offen spricht. „Viele meinen, jeder der Tourette hat, flucht unkontrolliert vor sich hin.“ Bei ihm beschränken sich die Ausfallerscheinungen auf Gesichtszuckungen und Armbewegungen. Wenn er singt, ist er symptomfrei.

Reklamesticker von der Agentur

Noch hat SpellfireJaMaL keine bösen Kommentare bekommen. „Aber mir ist aufgefallen, dass Leute aus meinem Freundeskreis sich bisher zurückgehalten haben“, sagt er. Ganz angetan war die Agentur, die hinter The Länd steht. Sie hat ihn schon mal mit Reklamestickern eingedeckt.




Unsere Empfehlung für Sie