Musikevents in und um Esslingen Ein Festival mit dem guten Ton
Musik ist Trumpf – und das Esslinger Jazzfestival spielt alle seine Trümpfe aus. Fünf Konzerte sollen noch musikalisch verwöhnen. Und als Ass im Ärmel gibt es sogar ein Auswärtsspiel.
Musik ist Trumpf – und das Esslinger Jazzfestival spielt alle seine Trümpfe aus. Fünf Konzerte sollen noch musikalisch verwöhnen. Und als Ass im Ärmel gibt es sogar ein Auswärtsspiel.
Mit zwei Konzerten im Kulturzentrum Dieselstraße und im Jazzkeller hat das Esslinger Jazzfestival begonnen – nun starten Festivalmacher Maximilian Merkle und sein Team durch: Vom 25. bis 29. Oktober stehen fünf hochkarätige Konzerte mit internationalen Stars auf dem Programm. Und auch dann ist immer noch nicht Schluss, weil das Esslinger Jazzfestival seinem Publikum am 6. November im Stuttgarter Theaterhaus noch einen Nachschlag serviert.
Doch zunächst bündelt sich das Programm in Esslingen. Youn Sun Nah wird am Freitag, 25. Oktober, ab 20 Uhr in der Stadtkirche St. Dionys zusammen mit dem Pianisten Eric Legnini Kompositionen von Frauen präsentieren. Das musikalische Spektrum reicht von Nina Simone über Björk bis hin zu Grace Jones. „Alles sind Pionierinnen, denen ich es verdanke, dass ich heute hier bin“, sagt die koreanische Sängerin. „Sie haben nie aufgehört, sich neu zu erfinden.“
Vielen war der Trompeter Christian Scott schon länger ein Begriff – inzwischen nennt er sich als Hommage an seine ostafrikanischen Wurzeln Chief Xian aTunde Adjuah. Wenn er am Samstag, 26. Oktober, ab 19 Uhr in der Württembergischen Landesbühne zu hören ist, wird er einmal mehr seine Vielseitigkeit beweisen. Chief Adjuah bezeichnet seinen Stil als „Stretch Music“ – neben Jazz fließen darin Elemente aus HipHop, Fusion, Elektronik und Postrock ein. „Und er bietet nachdenkliche, schwerelos wirkende Balladen ebenso wie rhythmus- und funkinfizierte Uptempo-Nummern“, verrät Maximilian Merkle.
Der US-Gitarrist Bill Frisell ist am Sonntag, 27. Oktober, ab 18 Uhr in der WLB zu Gast. Musik ist für ihn wie ein tiefgehender Austausch mit Freunden. Den pflegt er mit Greg Tardy (Tenorsaxofon und Klarinette), Gerald Clayton (Piano und Orgel) sowie Jonathan Blake (Schlagzeug) – gemeinsam sind sie die Bill-Frisell-Four. „Er hat die Musik Amerikas in all ihren Facetten von Country und Bluegrass bis hin zum Jazz studiert und in seine Musik einfließen lassen“, erklären die Veranstalter. „Wie andere Menschen diverse Sprachen sprechen, ist Frisell in der Lage, sich in allen musikalischen Genres ausdrücken.“ Zum Auftakt spielt die Festivalband – junge Musiker, die sich eigens zu diesem Anlass zusammengefunden haben.
Die Tobias Becker Bigband spielt am Montag, 28. Oktober, ab 20 Uhr in der Dieselstraße. Der Stuttgarter Pianist, Komponist und Arrangeur, der dieser interessanten Formation seinen Namen gab, hat einige der interessantesten jungen deutschen Jazzer der Gegenwart um sich geschart. Kritiker loben ihren „schönen, satten Bigbandsound“, der sich bewusst zeitgeistigen elektronischen Einflüssen entzieht.
Mit dem tunesischen Oud-Spieler Anouar Brahem ist ein Weggefährte des Jazzfestivals am Dienstag, 29. Oktober, ab 20 Uhr in der Stadtkirche zu Gast. Kenner schätzen ihn als musikalischen Wanderer zwischen Orient und Okzident. „Obwohl tief verwurzelt in die Tradition arabischer Musik, hat ihn dies nicht daran gehindert, die Musik seiner Heimat weiterzuentwickeln und sich dem Jazz zu öffnen“, wissen die Veranstalter. An seiner Seite hat er Klaus Gesing (Bassklarinette und Sopransaxofon), Björn Meyer (Bass) und Khaled Yassine (Percussion).
Für alle, die noch nicht genug kriegen können, präsentiert das Festival am Mittwoch, 6. November, ab 20 Uhr in einem Kooperationskonzert im Stuttgarter Theaterhaus das Cross Currents Trio mit Zakir Hussain (Tabla), Dave Holland (Bass) und Chris Potter (Saxofon) – drei Musiker, „die sich auf eine Reise zwischen Okzident und Orient begeben, um die Gemeinsamkeiten auszuleuchten und einen eigenen Sound zu schaffen“, wie die Veranstalter versprechen.