Musikfernsehen Schöner als Radio, schlechter als Internet

Von Tilmann Gangloff 

Vor 30 Jahren ging in Amerika erstmals MTV auf Sendung. Der Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger im Gespräch über den Musiksender.

Am 1. August 2011 feierte der Musiksender MTV sein 30-jähriges Bestehen. Foto: dpa 3 Bilder
Am 1. August 2011 feierte der Musiksender MTV sein 30-jähriges Bestehen. Foto: dpa

Marburg - Den ganzen Tag nichts anderes senden als Popvideos? Mit diesem Konzept prägten Sender wie MTV eine Generation an Jugendlichen. Die Idee feiert nun Geburtstag - Zeit für eine Bilanz.

Herr Hallenberger, warum war MTV auf Anhieb so erfolgreich?

MTV war gemeinsam mit dem Nachrichtensender CNN einer der ersten Spartenkanäle überhaupt. Damals wurde in den USA das Kabelfernsehen eingeführt. An dessen Erfolg hatten die beiden Sender erheblichen Anteil. Mitte der Achtziger vollzog sich die Verkabelung auch in anderen westlichen Staaten, deshalb war MTV schon früh international in den Kabelnetzen.

Was war das Neue an MTV?

Zum einen natürlich Musik rund um die Uhr, zum anderen die Videoclips. Promotionclips für neue Songs waren bis dahin in der Regel abgefilmte oder nachgestellte Bühnenauftritte. 1975 hatte Queen mit "Bohemian Rhapsody" bewiesen, dass ein Musikvideo den Verkaufserfolg steigern kann. Fortan war die Musikindustrie bereit, viel Geld in diese Werbeform zu investieren, und mit MTV bekam sie die perfekte Plattform.