Auch das regnerische Wetter konnte den Besucherinnen und Besuchern der Kirchheimer Musiknacht am Samstagabend die Stimmung nicht verderben. Ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, liefen sie mit Regenschirm und Poncho ausgerüstet durch die Fußgängerzone, tanzten und sangen zu Musik von Rock bis Jazz.
Erstmals einheitliches Pfandsystem
Bereits seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Kirchheimer Musiknacht. Seit drei Jahren wird sie von dem Trio Christian Eckhardt, Hannes Hergenröder und Francois Saorine organisiert. „Es ist eine große Verantwortung, diese Veranstaltung fortzuführen“, sagt Saorine. Große Veränderungen gab es im Zuge des Jubiläums nicht. In 38 Locations spielten 62 Bands über die Innenstadt verteilt. Neu dabei war in diesem Jahr die Bühne „Altes Haus“, die die Bühne an der Bastion ersetzte. Auch einen weiteren Vorstoß wagten die Organisatoren. „Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal ein einheitliches Pfandsystem“, erklärt Saorine.
Der Abend beginnt für viele eher langsam. „Das Wetter macht noch nicht so mit“, sagt Mehmet Özkan, Inhaber der Cocktailbar Opal. Seit sieben Jahren nimmt er wie auch viele andere Restaurants und Bars mit einem Stand an der Musiknacht teil. Während sich auf den Straßen noch einige Gruppen zusammenfinden, laufen die ersten Besucher schon in Richtung der Bühnen, auf denen die Bands spielen. Viele Lieder laden zum Mitsingen ein. Als die Band „Zwei zu dritt!“ auf der Bühne am Schloßplatz den Refrain von „Major Tom“ anstimmt, kommt etwas verfrühte EM-Stimmung im Publikum auf. Einige Bands spielen Coverversionen bekannter Hits, andere wie etwa „Lacey Flea“ begeistern mit selbst geschriebenen Songs.
Ebenso vielseitig wie die Musikauswahl ist auch das Essensangebot. In Foodtrucks oder Außentheken werden Burger, Pizzen, Crêpes und Fingerfood angeboten. „Das was wir bisher gesehen haben, ist gut“, sagt ein Besucher. Seine Jacke werde er heute vermutlich noch brauchen. Doch es gibt auch kreative Wege, um Spaß im Regen zu haben. Anstatt im Takt zu klatschen, recken die Zuschauer von „H-Rocks!“ einfach ihre Schirme in die Luft.
Auch die Bands stören sich nicht am Wetter. „Wenn es so bleibt, geht das klar“, sagt Ed Mind, Sänger und Gitarrist von „Lucky 13“. Bereits zum dritten Mal gibt die Band ihren Rockabilly- und Surf-Sound auf dem Festival zum Besten. Die Kirchheimer Musiknacht sei die größte, auf der die Ludwigsburger Band spiele. „Es ist auch ein schöner Flair. Man läuft durch die Fußgängerzone und bekommt alles mit, was passiert“, sagt Ani Romance, Sängerin und Bassistin der Band.
Techno-Floor am Widerholtplatz
Besucher aller Altersgruppen tummeln sich zwischen den Fachwerkfassaden der Kirchheimer Altstadt. Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei. „Ich fand es cool, dass es auch wieder Techno gab“, sagt einer der Besucher. Der Techno-Floor auf dem Widerholtplatz ist für viele auch in diesem Jahr ein Highlight. Dicht gedrängt stehen die Menschen vor dem DJ-Pult und tanzen im bunten Licht der Scheinwerfer.
Mit dem Einbruch der Nacht enden die Regenschauer. Dicht gedrängt stehen die Menschen vor den Bühnen, ein Durchkommen ist kaum möglich. Auf der Bühne am Marktplatz heizen „Tonic“ dem Publikum mit Songs von den Red Hot Chili Peppers, Pink Floyd und Coldplay ein. Die Chöre aus den Zuschauerreihen hört man schon von weitem. Für viele gehört die Musiknacht einfach dazu. „Es ist eine super Stimmung und man sieht immer ein paar bekannte Gesichter“, sagt einer der Besucher.