Musiknacht zum 10. Mal Fröhliches Partyvolk groovt in Kornwestheimer Kneipen
Die Musiknacht in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) ist ein Garant für gute Stimmung. Das Event lockte bei der zehnten Auflage viele Gäste in die Locations.
Die Musiknacht in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) ist ein Garant für gute Stimmung. Das Event lockte bei der zehnten Auflage viele Gäste in die Locations.
Leichter Nieselregen, ein kühler Wind – da scheint niemand Lust zu haben, aus dem Haus zu gehen. Doch weit gefehlt: Schließlich steigt ja die Kornwestheimer Musiknacht. In den Locations, die an der Nacht der Bands beteiligt sind, ist samstags oft schon kurz nach Beginn um 21 Uhr kaum ein Platz mehr zu bekommen.
Die Gäste sind gut gelaunt: „Wir starten mal hier und schauen dann, wohin uns der Weg heute Nacht noch führt“, sagt Elke, die mit einigen Freundinnen im „Applaus“ an einem der Bistrotische steht. Immer mehr Fans folgen der Musik ins Restaurant am Marktplatz. Das Lokal sieht heute Nacht völlig anders aus als sonst: John Neville mit seiner fünfköpfigen Band heizt auf der Bühne ordentlich ein. Mit karibischen Reggae-Klängen und „Oh baby, I love your ways“ locken Neville und seine Mitmusiker die Fans ins Innere, nur um gleich mit einem Titel von Tracy Chapman einen völlig anderen Stil einzuschlagen. Der Frontmann peppt den Gig mit seinen Gitarren-Soli ordentlich auf.
Einen Stock tiefer im „Theaterstüble“ genießen Besucher an der Bar den Italo-Pop von Maurice mit seiner ausdrucksvollen Stimme. Ein Tanzpaar bietet auf dem Platz neben der Bühne etwas fürs Auge, so lange dort noch genügend Raum ist. „Wir haben die Bandgröße nach der Größe der Location ausgewählt“, berichtet Marcel Demirok. Deshalb haben er und Markus Wahsner, der andere Organisator des Events, fürs kleine Theaterstüble einen Solokünstler verpflichtet, für den größeren Restaurant-Raum eine ganze Band.
An der Ecke Johannes-/Stuttgarter Straße hat man die Qual der Wahl zwischen dem Bistro „St. Georges“ mit der „Firma Holunder“, die in Kornwestheim schon gut bekannt und beliebt sind, oder dem Irish Pub „The Landlord“, zu dem Besucher aus allen Richtungen strömen. Drinnen gibt es dort schon um 21.30 Uhr kein Durchkommen mehr. Dass im vorderen Teil die „Crazy Crew“ live ihren Alternative-Rock performt, können die Besucher hinten nur ahnen. Hier zählt neben der Musik zum Mitgrooven auch die Pub-Atmosphäre.
„Wir haben die Bandgröße nach der Größe der Location ausgewählt“
Marcel Demirok, Organisator
Quer über den Bahnhofsplatz führt der Weg ins „Plan B“ im ersten Stock. Der junge Mann am Eingang hat es kurz vor 22 Uhr aufgegeben zu kontrollieren, ob auch alle Neuankömmlinge das „Bändele“ tragen, das zum Eintritt in alle Locations berechtigt. „Kommt einfach alle rein“, sagt er. Robin Henderson hat sein meist junges Publikum, das aus voller Kehle traditionelle Schlager wie „Verdammt, ich lieb dich“ oder „Tausendmal berührt“ mitsingt, voll im Griff.
Am Omnibusbahnhof wartet derweil ein Shuttle des örtlichen Busunternehmens auf Mitfahrer. Manche machen sich auf eine Traumreise zu südlichen Stränden statt zur Haltestelle „Hallenbad“. Doch auch die Fahrer der Linienbusse lassen mittlerweile fröhliches Partyvolk ausnahmsweise ohne Fahrkartenkontrolle mitfahren.
Viele gehen zielstrebig in den Innenhof des „Ratio-Baus“ aus den 1970er Jahren, in dessen Lokal „Zum Brünnle“ man sich wie auf einer Zeitreise in einem Wild-West-Saloon des 19. Jahrhunderts fühlt. Auch dort ist es brechend voll bei grooviger Musik von Santana bis zu italienischen Schlagern.
Sicher haben sich die Erwartungen der Veranstalter mehr als erfüllt. Am Anfang des Abends hatten sie mit einigem Understatement nur gehofft, „dass sich der Abend gut entwickelt.“