Musikschule Weil der Stadt Ein besonderes Geschenk zum 40.

Von Florian Mader 

Gleich vier Landessieger stellt die Musikschule bei „Jugend musiziert“ – und das im Jubiläumsjahr.

Preisgekrönt: Laura Fritschi, Helen Maier, Jannik Sixt und Mira Scheuble. Foto: factum/Bach
Preisgekrönt: Laura Fritschi, Helen Maier, Jannik Sixt und Mira Scheuble. Foto: factum/Bach

Weil der Stadt - Franz Laupheimer ist ein erfahrener Musikschulleiter, seit 36 Jahren führt er die Geschäfte der Weil der Städter Musikschule. Aber da kommt selbst er ins Staunen, wenn er den diesjährigen Erfolg seiner Schüler beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ betrachtet. „Vier Sieger, das hat uns wirklich überrascht“, sagt Laupheimer, „das hatten wir noch nie.“

Mira Scheuble (Querflöte), Jannik Noah Sixt und Helen Maier (beide Trompete) haben einen ersten Preis ergattert, Laura Fritschi (Blockflöte) einen dritten Preis. „Das ist eine tolle Auszeichnung für Euch“, sagt auch Tanja Kübler, die Amtsleiterin für Jugend und Soziales, als sie eine kleine Anerkennung und einen Gutschein der Stadtverwaltung übergibt. „Bei einem solchen Wettbewerb seid Ihr ja die Repräsentanten der Musikschule Weil der Stadt.“

Großes Musikschulfest am 22. Juli

Und ein schönes Geschenk zum Jubiläumsjahr sind die vier Preise noch dazu. Vor genau 40 Jahren hat sich eine kleine Gruppe musikbegeisterter Weil der Städter zusammengetan und die Musikschule gegründet. Mit mehreren Jubiläumskonzerten und dem großen Musikschulfest am 22. Juli begeht die Einrichtung daher in diesem Jahr ihr Jubiläum.

„Jugend musiziert“ ist ein mehrstufiger Wettbewerb, und wer erfolgreich ist, der bekommt eine „Weiterleitung“, darf also bei der nächst höheren Stufe mitmachen. Acht Weil der Städter sind im Januar zum Böblinger Regionalwettbewerb gefahren. Vier von ihnen wurden dort zum Landeswettbewerb zugelassen.

„Dass gleich vier Schüler zum Landeswettbewerb zugelassen wurden, schon das war eine riesige Überraschung“, erinnert sich der Musikschul-Chef Franz Laupheimer. „Wir mussten erheblich umorganisieren.“ Denn eigentlich war Anfang April ein Info-Tag geplant, aber die drei Lehrer Andreas Knepper (Querflöte), Ingrid Mohr (Blockflöte) und Götz Treptau (Trompete) mussten ihre Schüler ja jetzt zum Landeswettbewerb begleiten. Und als dann alle vier einen Preis mitbrachten, war die Überraschung perfekt. „Das war schon aufregend“, erinnert sich der Jannik Sixt an den großen Tag Anfang April in Bietigheim. Der Zehnjährige hatte Trompeten-Stücke von James Hook, Pascal Proust und Allen Vizzutti vorbereitet, die er vor großem Publikum und einer Jury vortragen musste. Zum Glück war es leise im Saal, ergänzt die Trompeterin Helen Maier. „Nein, husten musste niemand.“ Die 13-Jährige hatte sich Stücke von Anton Diabelli, Guillaume Balay und Eberhard Werdin ausgesucht.

Mehr als ein halbes Jahr lang heißt es: Üben, üben, üben.

Apropos, die Stücke. Die mussten die Preisträger ganz schön lieb haben, mehr als ein halbes Jahr lang hieß es nämlich: Üben, üben, üben. „Vor den Sommerferien hab ich angefangen, zu proben“, berichtet Helen Maier. Ihr Lehrer Götz Treptau hat ihr Vorschläge gemacht. „Zusammen haben wir dann überlegt, was das Beste wäre“, erinnert sich die 13-Jährige. Denn zu einfach dürfen sie nicht sein, die Preisträger sollen ja ihr Können zeigen. Zu schwierig geht aber auch nicht, dann scheitern sie. „Manchmal kam es schon vor, dass ich auch mal ein anderes Stück spielen wollte“, sagt Mira Scheuble, die froh ist, dass sie jetzt ihre Querflöten-Stücke aus dem Wettbewerb, von den Komponisten Ferenc Farkas und Gabriel Fauré, nicht mehr sehen muss.

Durchaus außergewöhnlich ist das Instrument von Laura Fritschi. Die 17-Jährige ist die älteste in dem Sieger-Quartett, darum musste sie in der schwierigen Altersgruppe V antreten – und das mit der Blockflöte, die die meisten Schüler irgendwann gegen ein prestigeträchtigeres Instrument austauschen. „Das finde ich schade“, sagt Laura Fritschi. „Die Blockflöte ist so ein vielfältiges Instrument.“ Mit einer anspruchsvollen Technik, ergänzt sie.

Stücke der Komponisten Fini Henriques und Tomaso Albinoni hatte Laura Fritschi einstudiert, dazu parallel noch für das Abi gebüffelt, erzählt die Flötistin: „Gerade beim Lernen war die Musik aber zwischendurch ganz gut zum Abschalten.“