Mutmaßlichen Putschversuch Unklare Lage in Guinea - Guterres fordert Freilassung des Präsidenten

Bewaffnete Kräfte sind unterwegs in Conakry. Foto: AFP/CELLOU BINANI
Bewaffnete Kräfte sind unterwegs in Conakry. Foto: AFP/CELLOU BINANI

Nach einem mutmaßlichen Putschversuch in Guinea äußert sich der UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Offenbar war es in Conkary im Laufe des Tages zu einem anhaltenden Schusswechsel gekommen.

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Conakry - Nach einem mutmaßlichen Putschversuch im westafrikanischen Guinea hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres „jede Übernahme der Regierung mit Waffengewalt“ verurteilt. Guterres forderte am Sonntagabend auf Twitter die sofortige Freilassung des Präsidenten Alpha Condé. Laut einer Mitteilung der britischen Botschaft in Conakry war es im Laufe des Tages an mehreren Orten in der Hauptstadt zu anhaltenden Schusswechseln gekommen.

In den sozialen Medien kursierten mehrere zunächst nicht verifizierbare Videos, wonach Condé gestürzt worden sein soll. In einem Video mit dem Logo des staatlichen Rundfunks waren mehrere Männer in Militäruniform und mit der Landesfahne zu sehen - einer von ihnen behauptete, die Regierung sei abgesetzt. Er sagte zudem, die Verfassung sei ausgesetzt und die Landesgrenzen seien geschlossen. In einem weiteren Video war Condé selbst mit Männern in Militäruniform zu sehen. Der Verbleib des Staatspräsidenten war zunächst ungeklärt.

Der französischsprachige Sender TV5 Monde und weitere Medien berichteten dagegen, das Verteidigungsministerium von Guinea habe am Nachmittag erklärt, Aufständische seien von der Präsidentengarde und anderen Sicherheitskräften zurückgeschlagen worden.

Was ein Augenzeuge berichtet

Ein Augenzeuge sagte der Deutschen Presse-Agentur die Situation sei sehr angespannt. Vor allem in der Nähe des Präsidentenpalastes im Ortsteil Kaloum sei es zu Feuergefechten gekommen, sagte er. Das Militär soll auf den Straßen Conakrys patrouillieren.

Der seit 2010 amtierende Präsident Alpha Condé hatte sich 2020 nach einer umstrittenen Verfassungsänderung eine dritte Amtszeit gesichert. Der Abstimmung waren Monate der politischen Spannungen und gewalttätiger Proteste vorausgegangen.




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