Mutmaßliches Attentat in den USA Donald Trump ist nicht nur Opfer

Donald Trump bei einer Pressekonferenz in seinem Golf-Club in dieser Woche vor dem Attentatsversuch. Foto: imago/UPI Photo/Jim Ruymen

Der Ex-Präsident Donald Trump trägt zur Verrohung der Sitten in den USA bei. Das rechtfertigt kein Attentat, muss aber ein Weckruf für ihn sein, meint US-Korrespondent Thomas Spang.

Gerade erst behauptete Donald Trump, Flüchtlinge in Springfield würden Haustiere essen – eine glatte Lüge. In der Folge gab es Bombendrohungen gegen lokale Einrichtungen, und rechtsextreme Schlägertrupps verbreiteten Schrecken in der Stadt. Die Hetze des Republikaners rechtfertigt nicht die versuchten Attentate auf ihn. Aber diese Kulisse kann nicht ignoriert werden, weil sie Menschen, die instabil sind, dazu bewegt, Grenzen zu überschreiten.

 

Aus einem falschen Verständnis von Objektivität heraus gibt es die Neigung, „beide Seiten“ für die aggressive Stimmung im Land verantwortlich zu machen. Doch tatsächlich waren es Trumps Anhänger , die am 6. Januar 2021 den Kongress stürmten. Auch in diesem Wahlkampf droht Trump mit Gewalt und Chaos, wenn die Wahlen im November nicht so ausgehen, wie er sich das vorstellt.

Trump war das Ziel zweier fehlgeleiteter Attentäter. Aber er ist nicht nur Opfer. Mehr als jeder andere ist er für das aufgeheizte Klima in den USA mitverantwortlich. Die richtige Konsequenz aus den Attentatsversuchen wäre es daher, die Gemüter zu beruhigen.

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