Mutter und Sohn sterben bei Unfall „Wir vermissen euch“ – Schramberg trauert nach dem unfassbaren Unglück

Mit Blumen, Kerzen und Teddybären verleihen viele an der Unfallstelle ihrer Betroffenheit Ausdruck. Foto: Dold

Am Morgen danach ist für viele nichts mehr, wie es war. Trauernde Menschen mit Blumen in der Hand sind in Schramberg zu sehen. Unterdessen gibt es Näheres zum Unfallhergang.

Andere lassen ihrer Trauer freien Lauf und weinen herzzerreißend an der Unglücksstelle in der Oberndorfer Straße. Eine Familie mit kleinen Kindern kann das Geschehene nicht fassen. Wie so viele.

 

Am Ort des schrecklichen Unfalls, an dem eine junge Mutter und ihr dreijähriger Sohn von einem Lkw erfasst wurden und starben, liegen nun Teddybären, ein Spielzeugauto, Kerzen und ganz viele Blumen. Auch ein Mini-Gedenkstein mit der Inschrift „Wir vermissen euch“ ist zu sehen, der der stillen Trauer Ausdruck verleiht.

74 000 Euro binnen 22 Stunden gespendet

Viele zeigen ihre Anteilnahme auch an der Spendenaktion „In stillem Gedenken an Miri und Ron“, die der Elternbeirat des Kindergartens Don Bosco ins Leben gerufen hatte: Auf der Plattform Gofundme kam binnen 22 Stunden bis am Donnerstag um 13 Uhr die Summe von 74 000 Euro zusammen – auch wenn das für die Angehörigen nur ein schwacher Trost für den Verlust ihrer Lieben ist. Die 29-jährige Mutter und ihr dreijähriger Sohn wurden viel zu früh aus dem Leben gerissen. 2900 Menschen zeigten bereits ihre Solidarität mit der Familie und spendeten – angefangen von Beträgen über fünf Euro bis hin zu mehreren größeren Spenden über 600 oder 500 Euro.

Die Frage nach dem Warum bleibt. Foto: Dold

Fabian Herkommer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, informiert unterdessen am Mittwoch auf Nachfrage des „Schwarzwälder Boten“ über noch nicht bekannte Details des Unfalls: „Der Zusammenstoß des Lastwagens mit einem geparkten Seat schob das Auto auf einen davor abgestellten BMW eines 42-Jährigen, der sich zum Unfallzeitpunkt im Fahrzeug befand. Der Wagen wurde durch die Kollision umgeworfen und kam auf der rechten Fahrzeugseite zum Liegen. Der Mann erlitt leichte Verletzungen und konnte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein örtliches Krankenhaus. Die Unfallaufnahme in der Oberndorfer Straße dauerte am Mittwoch bis etwa 16.30 Uhr an“.

Zwillingsschwester im Kinderwagen

Die Zwillingsschwester des getöteten Dreijährigen befand sich zum Unfallzeitpunkt bei ihrer Mutter und dem Bruder. Sie war in einem Kinderwagen, der glücklicherweise nicht von dem Lastwagen erfasst wurde – im Gegensatz zu Mutter und Bruder.

Über die Geschwindigkeit des Lkws könne indes derzeit nur spekuliert werden, sagt Herkommer. Hier sei ein Sachverständiger eingeschaltet worden, der das Unfallgeschehen möglichst exakt rekonstruieren werde. Nach ersten Angaben hatte der Fahrer einen medizinischen Notfall erlitten.

Im Kindergarten Don Bosco, den der Dreijährige besuchte, gab es am Donnerstagvormittag eine seelsorgerische Betreuung. Zudem wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Den Eltern stand es frei, ob sie ihr Kind in den Kindergarten bringen oder nicht.

Am ehemaligen „Rosengarten“, wo der Lkw krachend zum Stehen kam, wurde ein zerstörtes Fenster mit Holz verkleidet. Foto: Dold

Gunter Winterer, Betreiber des Reformhauses, vor dem sich der Unfall ereignete, musste sein Geschäft am Mittwochvormittag zwangsweise geschlossen lassen. Dafür hatte er aber vollstes Verständnis angesichts der Geschehnisse. Das Reformhaus liegt in dem abgesperrten Bereich, in den nur die Einsatzkräfte Zutritt hatten. Nicht einmal Winterer selbst kam zu seinem Geschäft. Erst gegen Nachmittag, als die Aufräumarbeiten sich dem Ende zuneigten, konnte er wieder öffnen. Auch hier ist die Betroffenheit wie überall in der Stadt spürbar.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst im „Schwarzwälder Boten“.

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