Tote Mutter und Tochter aus Ludwigsburg Lawinen-Überlebende dürfen nicht nach Hause

Die Rettungskräfte beraten sich nach dem Lawinenunglück in St. Valentin. Foto: dpa
Die Rettungskräfte beraten sich nach dem Lawinenunglück in St. Valentin. Foto: dpa

Das tragische Unglück im Südtiroler Skigebiet Haideralm mit zwei Toten hat juristische Konsequenzen. Wegen weiterer polizeilicher Ermittlungen dürfen die Überlebenden des Lawinenunglücks bisher nicht nach Hause.

Ludwigsburg - Das Lawinenunglück am Reschenpass, bei dem eine Elfjährige und ihre Mutter aus Ludwigsburg tödlich verletzt wurden, hat juristische Folgen. Polizei und Staatsanwaltschaft in Bozen ermitteln weiterhin gegen Mitglieder der neunköpfigen Skifahrergruppe, die am 3. Januar nahe der Haideralm in das Schneebrett geraten war, wegen des Verdachts des Auslösens einer Lawine. Da Menschen dabei ums Leben kamen, könne fahrlässige Tötung vorliegen, erklärte die Staatsanwaltschaft laut dpa. Den Überlebenden, die selbst nur knapp der Wucht der Lawine entronnen waren, wurde seitens der italienischen Behörden die Heimreise untersagt. Das teilte am Sonntag die Ludwigsburger Schneeläuferzunft mit, der Verein, bei dem die Skifahrer Mitglied sind.

Der Skiclub veranstaltet mehrmals im Jahr Freizeiten auf der Haideralm, die auf 2200 Metern direkt an der Piste im nördlichsten Zipfel des Vinschgaus liegt. Die Lawinenopfer sind Mitglieder des Vereins, haben ihr Trainingslager aber privat organisiert.

Zwei Tage von der Polizei vernommen

Laut Gernot Jäger, Vorsitzender der Schneeläuferzunft, waren die Überlebenden des Unglücks bereits umittelbar nach dem tödlichen Unfall zwei Tage jeweils einzeln polizeilich vernommen worden. Diese Befragungen dauern offensichtlich noch an, so der Skiclub. Der Verein und die Betroffenen haben sich, wie berichtet, juristische Unterstützung geholt.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich der Unfall am Mittwoch gegen 14 Uhr ereignet. Nach dem Stangentraining war die neunköpfige Gruppe aus Ludwigsburg und Umgebung mit einer Dreier-Sesselbahn auf etwa 2400 Meter hinaufgeliftet, um im Bogen auf den Panorama-T-Lift zuzufahren, dessen Einstiegsstelle auf 2050 Meter liegt. Zu dieser Zeit herrschte die Lawinenwarnstufe 3 von 5, was einer „erheblichen“ Gefährdung entspricht. Auf etwa 2100 Metern erwischte sie das Schneebrett.

Für die 45-köpfige Reisegruppe des Vereins, die parallel zu der privaten Renngruppe im Skigebiet Haideralm den Neujahrsuraub verbrachte, dauerte indes die Heimfahrt am Samstag länger. Wegen Lawinengefahr und Steinschlag am Reschenpass musste ihr Bus über Bozen ausweichen.

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