Nach 16 Jahren in Ditzingen Provisorium endet – Drei Städte kooperieren für Hochwasserschutz

Im Scheffzental wird ein Hochwasserschutz gebaut. Bisher muss dort ein Provisorium genügen. Foto: Simon Granville

2010 verursachte ein Starkregen in Ditzingen Schäden in Millionenhöhe. Jetzt liegt die Genehmigung vor für ein Bauwerk, das ein massives Hochwasser verhindern soll.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Das Warten für die Anwohner, den Gemeinderat und die Stadtverwaltung hat nach anderthalb Jahrzehnten ein Ende: Die Genehmigung für den Hochwasserschutz im Ditzinger Scheffzental liegt vor. Seit dem Starkregen im Jahr 2010 bewahrt nur ein Provisorium die Ditzinger vor einer Wiederholung dieses massiven Schadensereignisses.

 

Die Verwaltung wird dies in der Gemeinderatssitzung kommende Woche offiziell bekannt geben. Allerdings ging der Bürgermeister Ulrich Bahmer bereits im Ausschuss für Technik und Umwelt darauf ein. Anlass war die Diskussion über ein sogenanntes Klimaanpassungskonzept, über dessen Erstellung zunächst der Ausschuss beraten hatte. Der Gemeinderat hat nächste Woche das letzte Wort und wird dem, davon ist auszugehen, zustimmen. „Mit dem Konzept können wir die Bevölkerung resilient machen“, sagte der Christdemokrat Konrad Epple. Das sei wichtig, weil „über die Jahre hinweg nur noch zwei, drei wissen, was war“ – nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der Verwaltung.

Durch den Starkregen war im Jahr 2010 vor allem die Ditzinger Kernstadt überflutet worden. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass mehrere Wasserläufe aus Gerlinger, Stuttgarter und Ditzinger Ursprung im Scheffzental zusammenfließen. Die Dimension der Kanalisation war nicht ausgelegt für die Wassermassen, die im Juli 2010 binnen kurzer Zeit eingespült wurden. Der Rückstau führte zu massiven Schäden an privaten und städtischen Gebäuden und Einrichtungen.

Bereits im Vorfeld sind laut der Stadtverwaltung in der Winterpause entsprechende Rodungsarbeiten für einen Hochwasserschutzbau erledigt worden. Geht nun der Förderbescheid wie geplant ein, wäre ein Baustart in der zweiten Jahreshälfte möglich.

Die jahrelange Dauer vom Planungsbeginn bis Umsetzung war mehrfach in öffentlicher von Betroffenen, Räten und Verwaltung thematisiert worden. Bürgermeister Ulrich Bahmer erinnerte am Dienstag daran, dass das Provisorium einer Stahlplatte im Scheffzental, das auf das Handeln des damaligen Tiefbauamtsleiters zurückgeht, die Ditzinger in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten geschützt hat. Bauherr des neuen Schutzes wird der Zweckverband sein, in dem sich Ditzingen, Gerlingen und Stuttgart für dieses Projekt zusammengeschlossen haben.

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