Nach 4:2-Sieg gegen Manchester Sportdirektor Dutt: "Werden nicht in Euphorie verfallen"

Sportvorstand Robin Dutt (links) und Trainer Alexander Zorniger haben am Samstag ein gutes Spiel des VfB Stuttgart gegen Manchester City gesehen. Dennoch fallen die Reaktionen auf den 4:2-Sieg verhalten aus. Foto: dpa
Sportvorstand Robin Dutt (links) und Trainer Alexander Zorniger haben am Samstag ein gutes Spiel des VfB Stuttgart gegen Manchester City gesehen. Dennoch fallen die Reaktionen auf den 4:2-Sieg verhalten aus. Foto: dpa

Nach dem glänzenden 4:2-Sieg des VfB Stuttgart gegen die Multimillionen-Mannschaft von Manchester City halten die Schwaben den Ball flach. Sportdirektor Robin Dutt erinnnert an die katastrophalen letzten Wochen der vergangenen Saison. Auch Spielmacher Daniel Didavi mahnt: "Wir müssen aber auf dem Boden bleiben.“

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Nach dem bravourösen Testfinale gegen den englischen Vizemeister Manchester City dämpfte der VfB Stuttgart sofort die Erwartungen. „Wir wissen, in welcher Situation wir noch vor ein paar Wochen waren. Wir werden nicht in Euphorie verfallen“, beteuerte Sportdirektor Robin Dutt nach dem imposanten 4:2 (4:0) im letzten Härtetest gegen die Multimillionen-Mannschaft von der Insel.

Hier können Sie die gesamte Partie im Liveticker nachlesen

„Wir haben gesehen, dass es gegen Mannschaften von Weltformat klappen kann“, meinte Spielmacher Daniel Didavi zu dem lange praktizierten Powerfußball. „Wir müssen aber auf dem Boden bleiben.“ Eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal am kommenden Samstag beim Drittligisten Holstein Kiel sammelten die Schwaben viel Selbstbewusstsein. Vor 40 122 Zuschauern überrumpelten Filip Kostic (15. Minute), Didavi (31.) und zweimal Daniel Ginczek (36./37.) die lange trägen und abwehrschwachen Engländer schon vor der Pause. Mit sechs Siegen in sieben Testspielen schloss der VfB damit die Vorbereitungsphase erfolgreich ab.

An den Kraftreserven mangelt es noch

Der Fastabsteiger der vergangenen Saison muss sich nun auf die Suche nach Kraftreserven machen. „Wir brauchen noch diese 14 Tage, um länger durchhalten zu können“, meinte Dutt am Samstag mit Blick auf den Bundesligastart am 16. August gegen den 1. FC Köln. „Über 60, 65 Minuten haben wir gute Ansätze gesehen.“ Im lauf- und zweikampfintensiven System des neuen Trainers Alexander Zorniger stehen die Kicker permanent in der Pflicht. „Keiner darf sich ausruhen, sonst kippt das ganze“, warnte Dutt und gab einen gesicherten Mittelfeldplatz als Saisonziel aus.

Dass die Kräfte naturgemäß nachlassen, wurde gegen ManCity erst in der Schlussphase bestraft. Kelechi Iheanacho (84.) und der frühere Wolfsburger Edin Dzeko (89.) verkürzten für die Gäste. „Das System erfordert von uns körperlich viel“, räumte Doppeltorschütze Ginczek ein. „Es geht darum, dass wir künftig unsere Kräfte noch besser einteilen“, mahnte Kapitän Christian Gentner.

Harnik: Müssen Trainer voll vertrauen

Für Zorniger war das Kräftemessen mit dem Spitzenteam aber auch eine wichtige Maßnahme zur weiteren Vertrauensbildung. „Entscheidend war heute, dass alle, alle, alle noch mehr zutrauen in die Spielweise kriegen“, betonte der 47-Jährige. „Wir müssen in der Beziehung dem Trainer vertrauen“, erklärte Stürmer Martin Harnik, der mit dem VfB in der jüngeren Vergangenheit ja nur gegen den Abstieg gespielt hat. „Nach zwei solchen Jahren kommt schnell Unsicherheit auf“, räumte er ein. Früher war Defensive Trumpf. Mit einer gewissen Portion Skepsis habe die Mannschaft daher auf den Systemwandel reagiert.

Als „nahezu perfekt“ bewertete der Österreicher den Auftritt des VfB in der ersten Hälfte - durchaus nachvollziehbar. Auch wenn Manchester anfangs einen schwachen Eindruck hinterließ. Positiv fiel bei den Stuttgartern hingegen Adam Hlousek auf. Der fast schon aussortierte Tscheche bekleidete den Posten als linker Innenverteidiger - und machte seine Sache gut.

„Stand heute ist er mehr als eine Alternative“, lobte Dutt den 26-Jährigen, der als linker Außenverteidiger im aktuellen Aufgebot nur die Nummer drei wäre und vorerst den am Knie verletzten Antonio Rüdiger ersetzen dürfte. „Man muss überall helfen, wenn es die Mannschaft braucht“, sagte pflichtschuldig Hlousek, dem die aufrichtige Erleichterung über seinen potenziellen Karriereschub bei dem VfB anzusehen war: „Das macht schon Spaß.“




Unsere Empfehlung für Sie