Nach ADAC-Supercross-Event Erneut K.-o.-Tropfen-Alarm – Polizei erfuhr erst spät davon

In der Schleyer-Halle fand am Wochenende der ADAC Supercross statt – offenbar mit rätselhaften Begleiterscheinungen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Haben wieder Unbekannte mit K.-o.-Tropfen zugeschlagen? Zum wiederholten Mal binnen weniger Wochen ermittelt die Polizei – diesmal nach einem Motorsport-Event.

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Sind erneut Besucher einer größeren Veranstaltung mit sogenannten K.-o.-Tropfen angegriffen worden? Mit dieser Frage muss sich die Stuttgarter Kripo seit Sonntagvormittag beschäftigen. Zu dieser Zeit ging nämlich der Hinweis ein, dass es am Vortag im Umfeld der Motorsportveranstaltung ADAC Supercross in der Schleyerhalle zu verdächtigen Vergiftungserscheinungen gekommen sei. Die Polizei hat drei Betroffene kontaktiert und Blut- und Urinproben zum möglichen Nachweis verdächtiger Substanzen nehmen lassen.

 

Bei dem Motorsport-Event in der Veranstaltungshalle an der Mercedesstraße hätten am Samstag mindestens drei Personen ärztlich behandelt werden müssen, so die Polizei am Sonntag. Die Betroffenen hätten dabei über ähnliche Symptome geklagt: Unwohlsein, Ohnmacht und Schwindel. Dadurch lag der Verdacht nahe, dass hier sogenannte K.-o.-Tropfen verabreicht worden sein könnten. „Sollte es weitere Geschädigte geben, wäre es wichtig, dass die sich melden“, sagt Polizeisprecherin Kara Starke. Die Kriminalpolizei ist über Telefon 07 11 / 89 90 - 57 78 zu erreichen.

Der Hinweis geht am Sonntagvormittag ein

Wann sich die Taten genau abgespielt haben, lässt die Polizei bisher offen. Das eigentliche Motorsport-Event war am Samstag bis gegen 22 Uhr terminiert, danach folgte eine sogenannte After Race Party in einer Bar im Carl-Benz-Center. Über Zeitpunkte und Örtlichkeiten konnte sich die Polizeisprecherin am Sonntag nicht äußern: „Die Polizei selbst hat erst am Sonntag um 10.30 Uhr davon erfahren“, sagt Kara Starke. Nach einem Hinweis einer Zeugin habe man drei Betroffene ermittelt.

Ob nach dieser Zeit noch ein Nachweis von Substanzen möglich ist, hängt von der Art des Stoffs ab. Für Anschläge dieser Art bei Vergnügungsveranstaltungen sind unterschiedlich schnell abbaubare Stoffe wie Gamma-Hydroxybutyrat, Ketamin oder Benzodiazepin eingesetzt.

Weitere Fälle in Wangen und auf dem Wasen

Die Kriminalpolizei ist zunächst damit beschäftigt, Rettungsdienste und Krankenhäuser auf ähnliche Verdachtsfälle abzufragen. Die labortechnischen Untersuchungen selbst dürften erfahrungsgemäß mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für den Fall am 31. Oktober, als bei einer Halloween-Party in Wangen ebenfalls mutmaßlich K.-o.-Tropfen im Spiel gewesen sein sollen. Dabei waren elf Verletzte registriert worden. Dieser Fall wird noch vom Polizeiposten Untertürkheim ermittelt.

Mit dem jüngsten Alarmfall setzt sich die Reihe von mutmaßlichen Anschlägen bei größeren Veranstaltungen fort. Auch beim Cannstatter Volksfest hatte es drei Verdachtsfälle gegeben. Am 26. September meldeten sich zwei Frauen, am 28. September ein weiterer Wasenbesucher mit verdächtigen körperlichen Beschwerden bei der Polizei. Auch in diesen Fällen gibt es offenbar noch keine heiße Spur.

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